Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Am Tag der deutschen Einheit wird das erste deutsch-deutsche Naturschutzprojekt 25 Jahre alt.

Bild: LizzyNet

Was vor 25 Jahren als eine kühne Idee von Naturschützern aus Ost und West begann ist heute Wirklichkeit: Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen wurde vom Todesstreifen zur Lebenslinie - zum „Grünen Band“. Am Tag der deutschen Einheit wird das auf Burg Lenzen in Brandenburg gefeiert: Denn dank des jahrzehntelangen Einsatzes engagierter Befürworter sind 87 Prozent der Fläche des Grünen Bandes erhalten geblieben.

"Das Grüne Band ist der längste Verbund von Lebensräumen der Natur in Deutschland. Das Besondere dabei ist, dass es der einzige existierende nationale Biotopverbund ist, an dem neun Bundesländer beteiligt sind“, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. „An den Stellen, wo das Grüne Band bereits zerstört ist oder Lücken aufweist, wollen wir dazu beitragen, diese Lücken wieder zu schließen und den Biotopverbund in seiner Funktion wieder herzustellen.“ Mit diesem Ziel wurde 2012 im Rahmen des Bundesprogramms "Biologische Vielfalt" das Projekt "Lückenschluss Grünes Band" begonnen."

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) machte sich direkt nach der Grenzöffnung 1989 dafür stark, das Grüne Band vor einer Zerschneidung durch Verkehrswege und Ackerbau zu bewahren und es auf seiner kompletten Länge unter Naturschutz zu stellen. Die Idee fand damals viele Sympathisanten. Heute kauft und tauscht der BUND im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ Flächen für den Naturschutz auf, um kostbare Lebensräume im Grünen Band wieder herzustellen.

Hintergrund

An einem Fahnenmast vor dem Reichstagsgebäude wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 die Fahne der Einheit gehisst. Dies war ein Symbol für das vereinte Land und auch dafür, dass sich Menschen, Familien und Freunde wieder grenzenlos begegnen können. So auch eine Gruppe Naturschützer aus Ost und West, die im Jahre 1989 in einer Resolution einstimmig beschlossen "der Grenzstreifen zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik ist als grünes Band und als ökologisches Rückgrat Mitteleuropas vorrangig zu sichern...".

Die Naturschützer hatten damals schon erkannt, was selbst heute längst nicht jeder Bürger des wiedervereinten Deutschlands weiß: Im Schatten der unmenschlichen Grenze konnten wegen der jahrzehntelangen Nutzungsruhe geschützte Pflanzen und Tiere überleben, die anderswo selten geworden waren. Der ehemalige Grenzstreifen entwickelte sich damals zu einer Aneinanderreihung selten gewordener Lebensräume. Er ist mit seinen knapp 1.400 Kilometern bis heute der längste zusammenhängende Lebensraumverbund in Deutschland und bietet über 1.200 geschützten Arten einen Rückzugsraum.

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Autorin / Autor: Redaktion / PM - Stand: 2. Oktober 2014
 
 
 

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