Virus gegen Akne?

ForscherInnen auf der Spur der ultimativen Pickelwaffe

Aknepusteln aufgepasst, bald haben wir euch im Griff. Macht euch also lieber gleich vom Acker! Denn (hoffentlich) bald ist Schluss mit der Verunstaltung junger Teenagergesichter. Die Wissenschaftlerin Laura J.- Marinelli und ihr Team wollen den blöden Pusteln nämlich mit einer ganz besonders effektiven Waffe zu Leibe rücken: einem körpereigenen Virus.
Auserkoren zum Held aller Pickelgesichter ist ein zu den Bacteriophagen gehörender Virus, der darauf spezialisiert ist, Akne-Bakterien zu attackieren. Andere Bakterien bleiben von dem an sich harmlosen Virus hingegen verschont. Er ist klein, weist eine geringe genetische Vielfalt auf und produziert ein Enzym, das die Zellwände des Akne-Erregers zerstört, die daraufhin den Geist aufgeben. Vielversprechende Eigenschaften für eine Wunderwaffe gegen Pickel!

Die ForscherInnen wollen nun überprüfen, ob das Enzym, das der Virus produziert, möglicherweise auch allein als Medikament taugt oder ob der ganze Virus herhalten muss.

Millionen Menschen leiden unter Akne, aber es gibt nur wenige Behandlungsmöglichkeiten, die sowohl sicher als auch effektiv sind, sagt Studienleiter Dr. Robert Modlin. Fast scheint es, als sei die Entwicklung von Akne-Medikamenten vollkommen stehen geblieben. Hinzu kommt, dass antibiotische Mittel oft nicht mehr greifen, weil die Erreger bereits resistent geworden sind.

Weil neben fettiger Haut und Hormonen vor allem das Bakterium Propionibacterium acnes für die Entstehung von Akne verantwortlich ist, hat sich Laura Marinelli auf dessen Bekämpfung konzentriert.
Der Virus, der Propionibacterium acnes im Zaum halten soll, kommt auf der menschlichen Haut vor und ist an sich harmlos. Aber er ist darauf programmiert, Akne-Bakterien zu bekämpfen.
Warum aber kriegen Menschen dann überhaupt Akne, wenn sie den natürlichen Aknefeind auf der Haut mit sich herumtragen?
Die ForscherInnen glauben, dass bei Akne-Geplagten nicht ausreichend dieser speziellen Bacteriophagen vorhanden sind. Ein Zustand, den man mit einem entsprechendem Medikament beheben könnte.

Die gute Nachricht für alle Pickelopfer ist also, dass die Wissenschaft einen guten Schritt weiter ist in der Entwicklung wirksamer Medikamente gegen die unschönen Entzündungen der Haut. Die schlechte Nachricht ist: diesen tollen Anti-Akne-Virus kann man leider nicht downloaden. Und ob ihr ihn jemals in Form einer praktischen Creme in der Apotheke kaufen könnt, das steht leider noch in den Sternen. Aber bis dahin habt ihre eure Pickel vermutlich sowieso längst überwunden ;-).

Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin mBio veröffentlicht (doi:10.1128/mBio.00279-12).

Wollt ihr tiefer in das Thema einsteigen? Dann lest die Studie im Netz

Autorin / Autor: Redaktion / mBio - Stand: 27. September 2012
 
 
 

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