Aus alt mach schick

Projektarbeit an der Fachschule Holztechnik Detmold

Projektarbeit ist seit vielen Jahren Standard in der Erst- und Weiterbildung der Holzbranche. Prüfungen werden zunehmend handlungsorientiert ausgerichtet und versuchen, realitätsnahe Auftrags-Situationen zu simulieren. Die erste Projektarbeit beginnt in der Fachschule Holztechnik Detmold im zweiten Semester unterrichtsbegleitend im Fach Produktentwicklung. Sie endet mit einer zweiwöchigen Projektphase im dritten Semester, in der kein Unterricht stattfindet. Zu einem aktuellen Möbelthema, das nach Möglichkeit den Zeitgeist trifft und einen aktuellen gesellschaftlichen Bezug hat, wird ein marktfähiges Möbel entworfen. CNC Einsatz ist Pflicht und Varianten Bildung ist für den auf industriell organisierte Unternehmen ausgerichteten Fachschulstandort Detmold selbstverständlich.

Der Prototyp wird unter möglichst betriebsnahen Bedingungen in den Werkstätten der Schule gefertigt und abschließend der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Präsentation ist in Detmold ein wichtiger Schwerpunkt. Sie macht mit der zu erstellenden Dokumentation 2/3 der auf dem Abschlusszeugnis erscheinenden Projektnote aus. Rhetorik und zum Beispiel auch ein kleidungsmäßig abgestimmtes Auftreten der Gruppenmitglieder auf einer öffentlichen Veranstaltung gehören dazu. Ganzheitliche und handlungsorientierte Lernformen werden so ermöglicht..

Das Möbelprojekt an der FSH Detmold hat vorbereitenden Charakter für das in Kooperation mit einem Unternehmen zu bearbeitenden zweite Projekt sowie für die Meisterprüfung am Ende des 4. Semesters. Das Projekt wird von allen fachlich betroffenen Lehrern fächerübergreifend betreut.

Mehr als die bloße Aufhübschung von Oberflächen
Unter dem Motto "Aus alt mach schick!" führte die Fachschule Holztechnik Detmold ein Projekt zum Thema Upcycling durch. "Wichtig dabei war, dass hinter der Idee mehr steckt als die bloße Aufhübschung von Oberflächen. Gefragt ist eine nachhaltige und ökointelligente Gestaltung, auch sustainable design genannt", erklärt Michael Eckert, der das Projekt betreute. Die Ideen zeigen die Verwendung alter Lattenroste, Verschnittmaterial aus der Möbelindustrie, Heizungsrohre, Paletten, Sperrmüllstühle und anderes mehr.

Schätzungsweise sieben Millionen Tonnen Möbelmüll fallen alljährlich in Deutschland an - davon finden gerade mal zehn Prozent neue Besitzer oder werden recycelt. Der Rest wird in Kraftwerken verheizt. Ein nicht gerade ressourcenschonender Umgang mit wertvollen Rohstoffen. Werner Baumann, Projektkoordinator für nachhaltige Branchenkonzepte an der TU Dortmund, ist aber optimistisch: "Ich halte es für möglich, dass der Anteil des Recyclings im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte auf 50 Prozent ansteigt."

Er könnte recht haben, denn Möbelrecycling ist ein Wachstumsmarkt, die Branche sucht ihren Weg aus der Nische. Viele der Möbelstücke sind allerdings noch recht hochpreisig, oft handelt es sich um Unikate. Es gibt aber auch schon günstige Anbieter: Der zur Zeit bekannteste Recycling-Designer Oliver Schübbe zum Beispiel ist mit einigen seiner Entwürfe in Zusammenarbeit mit der Herforder Recyclingbörse in Serienproduktion gegangen und hat das Projekt der Fachschule Holztechnik begleitet. Oliver Schübbes erfolgreichster Entwurf ist ein organisch geformtes Regalsystem namens "Frank", von dem bereits über 4000 Exemplare verkauft wurden.

Weitere Infos unter:

Rückfragen zum Projekt beantwortet Ihnen Michael Eckert

Autorin / Autor: Redaktion/ Michael Eckert, Fachschule Holztechnik Detmold - Stand: Januar 2017
 
 
 

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