Essen wir wirklich umweltbewusster?

Studie bescheinigt Fortschritt, warnt aber vor Wegwerfmentalität

Zwischen all den schrecklichen News über die Zerstörung der Umwelt möchten wir euch nicht vorenthalten, dass es auch gute Entwicklungen gibt, die auf die Lernfähigkeit des Menschen hoffen lassen: Wie eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, ist nämlich das heutige Ernährungsverhalten der Deutschen nicht nur gesünder, sondern auch umweltfreundlicher als noch vor 20 Jahren geworden. Das ergab die Auswertung repräsentativer Daten aus den nationalen Verzehrstudien und der Vergleich mit den offiziellen Ernährungsempfehlungen, die ForscherInnen der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg durchgeführt haben. Die heutige Ernährung - mit weniger Fleisch- und Wurstprodukten (Anmerk. der Redaktion: Kaum zu glauben, bei unserer Burger-Chicken-Gesellschaft) sowie einem gestiegenen Verzehr an Getreideprodukten, Gemüse und Obst - hat deutlich positive Auswirkungen auf die Umwelt. Allerdings werden diese Fortschritte durch ein stärkeres Wegwerfverhalten zum Teil wieder ausgebremst, warnen die WissenschaftlerInnen.

Für die Studie werteten die ForscherInnen beide nationale Verzehrsstudien aus, die in den Jahren 1985 bis 1989 und im Jahr 2006 durchgeführt wurden. In beiden Studien wurden jeweils rund 20.000 Menschen in Deutschland ausführlich zu ihrem Ernährungsverhalten befragt.

Beim Großteil der untersuchten Umwelteffekte zeigte sich im Jahr 2006 im Vergleich zum Ernährungsverhalten in den 1980er Jahren deutliche Umweltentlastungen. Gleichzeitig näherte sich das Ernährungsverhalten der Deutschen den offiziellen Ernährungsempfehlungen an (was die Fachleute in der Gesundheitsbildung freuen dürfte). „Das ist unter gesundheitlichen Gesichtspunkten positiv zu bewerten“, sagt Studienleiter Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften. Mit einer vegetarischen Ernährung oder einer gänzlich pflanzenbasierten Kost ließe sich der negative Einfluss der Ernährung auf die Umwelt noch weiter reduzieren. „Allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Kostform die geeignetste ist, da individuelle Faktoren berücksichtigt werden müssen“, betont Meier.

Neben einer prinzipiell positiven Entwicklung wurden in der Studie jedoch auch Problemfelder der derzeitigen Ernährung identifiziert. Neben einem deutlich gestiegenen Verbrauch an Wasser wird die Umwelt durch übermäßige Nahrungsmittelabfälle zusätzlich belastet. „Wasser als knappe Ressource stellt vor allem bei importiertem Obst, Nüssen und Gemüse aus sonnenreichen, aber auch trockenen Südländern ein Problem dar“, fasst der Leiter der Studie zusammen. Gerade diese Produkte hätten aber im Verbrauch stark zugenommen. Um diesem Dilemma aus dem Weg zu gehen, sollten wir stattdessen einheimischer Ware den Vorzug geben.

Beim Thema Abfälle wirke sich auch ungünstig aus, dass heutzutage verschwenderischer mit Nahrungsmitteln umgegangen werde als Ende der 1980er Jahre. „Würden die Menschen heutzutage noch so sorgsam mit Nahrungsmitteln umgehen wie vor 20 Jahren, wäre der Umwelt deutlich geholfen“, so Meier.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Environmental Science and Technology veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 16. Dezember 2013
 
 
 

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