Triumphierende Sieges-Pose

Die bekannte „Sieges-Pose“ ist möglicherweise eine universelle Geste des Triumphes und nicht des Stolzes, besagt eine neue Studie

Wenn Athleten die Arme hochreißen, die Fäuste ballen und eine Art Grimasse ziehen, zeigt das ihren Stolz? Falsch. Neue Entdeckungen, die im  Journal Evolution and Human Behavior  veröffentlicht werden, meinen, dass diese Siegesposen Gefühle von Triumph signalisieren.

David Matsumoto, Professor für Psychologie an der San Francisco State University, meint: „Triumph besitzt eine ganz eigene Signatur, die automatisch und universell ist in den verschiedensten Kulturen.“ Er widerlegte seine Studie von 2008, in der er den Ausdruck der Sportler nach einem Sieg noch als Stolz einordnete. In seiner neuen Studie bezeichnet er Triumph als eigenständige Emotion.

Den Testpersonen der Studie legte er dafür Fotos von Judoteilnehmern aus 17 Ländern vor, die soeben bei den Olympischen Spielen 2004 einen Wettkampf gewonnen hatten. Die Studienteilnehmer, teils aus Südkorea, teils aus den Vereinigten Staaten, sollten in einer Liste mit unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten ankreuzen, welcher Emotion sie die gezeigte Pose zuordnen würden.

In mehreren dieser Studien wählten die Betrachter konsequent die gleichen Ausdrücke als Darstellungen von Triumph. Auf den Fotos, denen sie die Emotion Triumph zuordneten, hoben die Siegathleten ihre Arme über die Schultern, ballten ihre Fäuste und ihre Gesichter zeigten Grimassen oder sie verzogen ihr Gesicht zu einem Schrei. Matsumoto sagt: „Wenn sich jemand nach einer Herausforderung triumphierend fühlt, kann sein Gesicht ziemlich aggressiv aussehen.“ Die als Stolz bezeichneten Athleten streckten ihre Arme mit offenen Händen vom Körper, neigten ihren Kopf nach hinten und zeigten ein kleines Lächeln.

Eine Analyse der Fotos der Athleten aus der Studie ergab zudem, dass Triumph-Ausdrücke im Durchschnitt vier Sekunden nach Ende des Judo-Wettkampfes eintraten. Stolz trat rund 16 Sekunden nach Ende ein. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Triumph Ausdruck von Erfolg oder Leistung ist, während Stolz dem guten Gefühl über sich selbst entspringt.

Diese Reaktion sehe man in allen Sportarten unmittelbar nach einem Sieg auf der ganzen Welt, unabhängig von der Kultur, so Matsumoto.

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Autorin / Autor: Annika - Stand: 18. Juli 2012