Tierisch entspannt

Studie belegt: Pferde kennen – im Gegensatz zu ihren Reitern – kein Lampenfieber.

Oft treten Pferde bei Shows oder Turnieren vor großem Publikum auf. Doch löst das bei den Tieren Stress aus? Reagieren sie vielleicht auf die Nervosität ihres Reiters? Das wollte eine Gruppe Tiermediziner vom Graf-Lehndorff-Institut für Pferdewissenschaften herausfinden.

Stress, lass nach…
Aber wie erkennt man, ob ein Pferd gestresst ist? Man kann es ja nicht einfach fragen, wie es sich gerade fühlt – beziehungsweise man kann schon, aber die Antwort wird wohl eher dürftig ausfallen ;-). Deshalb orientieren sich ForscherInnen an verschiedenen körperlichen Anzeichen: Egal ob Tier oder Mensch – bei Stress steigt beispielsweise die Konzentration der Hormone Adrenalin, Noradrenalin oder Cortisol, es kommt zu einer stärkeren Muskelanspannung und vermehrt unregelmäßigen Herzschlägen. Anhand dieser Symptome konnte in früheren Studien bereits nachgewiesen werden, dass Training und Auftritte bei Pferden generell einen gewissen Stress auslösen. Allerdings war bisher noch nie erforscht worden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Stresspegel von Pferd und ReiterIn gibt.

Lampenfieber
Um dieser Frage nachzugehen, untersuchten die Veterinäre in der neuen Studie Showpferde der Ecole Nationale d’Equitation (Nationale Schule für Reitkunst) im französischen Saumur und ihre ReiterInnen. Bei Tier und Mensch wurden nach Training und Shows Speichelproben genommen, um die Hormonkonzentration festzustellen, sowie der Herzschlag gemessen. Es stellte sich heraus, dass alle Beteiligten jeweils einen erhöhten Stresspegel zeigten. Bei den Reitern war dieser zudem besonders hoch, wenn sie vor Publikum auftraten – und zwar unabhängig davon, wie oft sie das zuvor schon gemacht hatten. Selbst langjährige Showreiter hatten Lampenfieber. Interessanterweise war bei den Tieren der Stresspegel beim Auftritt nicht merkbar höher als beim Üben. Pferde bekommen also weder Lampenfieber noch überträgt sich die Aufregung ihrer Reiterinnen, wenn ihnen viele Menschen zuschauen, auf sie. (Ob sie vielleicht nervös werden, wenn das Publikum aus Artgenossen besteht, wurde übrigens nicht untersucht. ;-)  )

Man muss bei diesen Ergebnissen allerdings bedenken, dass es sich bei den „Untersuchungsobjekten“ um routinierte Showpferde und -reiter handelte. Vielleicht lassen sich diese einfach besonders wenig von der Gefühlslage des jeweils anderen Parts beeinflussen.

Übrigens: Lampenfieber ist an sich nichts Schlechtes. Wenn es nur leicht ausgeprägt ist, führt es einfach zu mehr Aufmerksamkeit und Wachheit – der Körper ist quasi in Alarmbereitschaft. Das schadet aber erstmal nicht. Solange man sich nicht reinsteigert und nachher auch wieder davon loskommt, wirkt solch „positiver Stress“ wahrscheinlich sogar gesundheitsfördernd.

Wie ist es denn bei euch – wie geht ihr mit Lampenfieber und Stress um?

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 21. Februar 2013
 
 
 

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