Vogelzählung

Augen auf und mitgezählt bei der "Stunde der Wintervögel"

Der Kuckuck hat sich bereits im September aus dem Staub in den Süden gemacht. Doch nicht alle Vögel sind „geflüchtet“. Auch wenn dem ein oder anderen Mensch und Tier bei dem momentanen Wetter nach Winterschlaf zumute ist, herrscht mancherorts reges Treiben. Vom 6. bis 8. Januar rufen der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zum zweiten Mal alle Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Die Naturschützer wollen aus den Beobachtungen neue Erkenntnisse über schleichende Veränderungen in der Vogelwelt ziehen und darauf notwendige Schutzstrategien aufbauen.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Kohl- und Blaumeise, Haussperling oder Star. Wo kommen sie vor? Wo sind sie häufig und wo selten geworden? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Vögel aus? Je mehr Menschen ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Eine besondere Qualifikation außer dem Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig.

Und so wird es gemacht
Sucht euch einen Platz, von wo aus ihr gut beobachten könnt. Notiert euch von jeder Art die höchste Anzahl der Vögel, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen waren. Das vermeidet Doppelzählungen. Falls ihr euch gerade nicht sicher seid, welcher Vogel sich vor eurer Nase befindet, könnt ihr euch in den Wintervogelporträts auf den Internetseiten des NABU schlau machen. Unter den TeilnehmerInnen werden zahlreiche Preise wie eine naturkundliche Reise, Bücher, Einkaufsgutscheine und Klingeltöne verlost.

Ergebnisse aus 2011
Häufigster Wintervogel bei der Zählung im Jahr 2011 war übrigens die Kohlmeise, gefolgt von Haussperling, Amsel und Blaumeise. Hinzu kamen Wintergäste aus dem hohen Norden wie Bergfinken, Erlenzeisige und Rotdrosseln. "Wenn diese in ihrer Heimat zu wenig Winternahrung finden, ziehen sie in großen Scharen nach Mitteleuropa", erklärte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow dieses Verhalten. Jeweils etwa 34.000 Bergfinken und Erlenzeisige zählten die fleißigen Vogelfreunde während der Aktion. Verglichen mit Vorjahreszahlen aus Bayern, wo die Stunde der Wintervögel bereits zum sechsten Mal stattfand, gab es die typischen "Invasionsarten" allerdings deutlich seltener zu sehen.

Die Ergebnisse der Aktion geben nicht zuletzt Hinweise auf die Qualität der Vogellebensräume. Auffallend dabei: Viele Vögel, die in einer aufgeräumten und intensiv bewirtschafteten Feldflur immer weniger Nahrung finden, zog es in die Nähe menschlicher Siedlungen. Als Anzeichen dieser "Landflucht" deuten NABU und LBV zum Beispiel die große Zahl der Feldsperlinge, die an Futterstellen in Gärten registriert wurden: Der urban lebende Haussperling ist etwa sechsmal häufiger als der Feldsperling. Doch sein Verwandter aus dem "ländlichen Raum" wurde an den Winterfütterungen kaum seltener angetroffen. Auch Meldungen von Goldammern, Stieglitzen, Fasanen und selbst Rebhühnern an den Futterstellen belegen diesen Effekt. "Die bäuerliche Kulturlandschaft verliert mehr und mehr an Vielfalt und Vögel sind dafür recht genaue Indikatoren", sagte Alf Pille, Agrarbiologe des LBV.

Autorin / Autor: Pressemitteilung /Redaktion; - Stand: 2. Januar 2012
 
 
 

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