Strände aus Mikroplastik

Studie ergab, dass in Deutschland jährlich 4 kg Mikroplastik pro Person in die Umwelt gelangen

Was gibt´s Schöneres, als in den Sommerferien die Füße in den Sand der schönsten Strände zu strecken. Doch wenn ihr mal genauer hinschaut, findet ihr wahrscheinlich an jedem Strand Mikroplastik zwischen Sand und Muscheln. Doch woher stammen die kleinen Kunststoffpartikel? Und wieviel davon kommt aus Deutschland? Diese Fragen standen u. a. im Fokus der »Konsortialstudie Mikroplastik«. Im Auftrag von Partnern aus der Kunststoffindustrie, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Forschung hat Fraunhofer UMSICHT die letzten zwei Jahre den Wissensstand zu Mikro- und Makroplastik zusammengetragen.

Nicht immer erkennbar
Mikroplastik ist nicht immer direkt zu erkennen, man muss den Blick schon etwas schärfen. Doch dann kommen sie nahezu überall zum Vorschein: Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 mm sind, wie die weit verbreitete Definition lautet. Die Forscher_innen von Fraunhofer UMSICHT finden diese Definition aber schwierig, weil durch die Abgrenzung der Größe eine Grenze gezogen werde, die bestimmt Problembereiche ungerechtfertigt ein- oder ausschließe. Sie schlagen deshalb vor, die Definition anhand der Umweltwirkung festzumachen.

Kategorisierung von Mikroplastik
Die Forscher_innen nahmen zunächst eine neue Kategorisierung von Mikroplastik vor: Unter "Primäres Mikroplastik Typ-A" fassten sie industriell hergestellte Kunststoffpartikel zusammen, deren Verlust bewusst in Kauf genommen oder durch Unachtsamkeit verursacht wird. Hierzu zählen z. B. Microbeads in Kosmetika oder Kunststoffpellets. Dagegen entsteht primäres Mikroplastik Typ-B erst in der Nutzungsphase durch Abrieb oder Verwitterung. Das ist etwa bei Autoreifen, Schuhsohlen, Textilien oder Farben der Fall. Gelangen Kunststoffabfälle, hauptsächlich Verpackungen, Plastiktüten oder Flaschen – sogenanntes Makroplastik –, in die Umwelt und zerfallen dort, werden sie dem sekundären Mikroplastik zugeordnet. Diese Einteilung sei besonders wichtig, wenn es darum geht zu klären, wer verantwortlich ist: die Hersteller oder Konsument_innen.

Kunststoffemissionen bestehen in Deutschland zu 74 Prozent aus Mikroplastik
Die Studienautor_innen ermittelten insgesamt 51 Mikroplastikquellen, von denen Reifenabrieb, Freisetzung bei der Abfallentsorgung, Abrieb von Bitumen in Asphalt, Pelletverluste, Verwehungen von Sport- und Spielplätzen ganz vorne lagen. Der Anteil von Mikroplastik aus Kosmetik gelangte dabei auf Platz 17, wobei sie dazu sagten, dass es wichtig sei, Mikroplastik aus allen Quellen zu reduzieren. Insgesamt gelangen in Deutschland jedes Jahr über 4 kg Mikroplastik pro Person in die Umwelt. Zum Vergleich: Das, was wir an Plastikmüll an Raststätten, in Parks und am Strand finden, macht "nur" etwa 1,4 kg pro Kopf und Jahr aus. Der sichtbare ist also der weitaus kleinere Teil von Kunststoffen in der Umwelt.

Hinzu komme, dass durch Regen und andere Wettereignisse z. B. Reifenabrieb oder Kunststoffabfälle nicht nur in die Kanalisation, sondern nahezu überall hin gespült würden. Vor allem außerhalb von Ortschaften lande nicht jeder Liter Regen in der Kanalisation und werde dann in der Kläranlage gereinigt, sondern fließe besonders bei Starkregen häufig ungereinigt, direkt oder indirekt, in den nächsten Fluss.

"Wir können davon ausgehen, dass sich Mikroplastik bereits in allen Bereichen der Umwelt befindet. Das ergibt sich schlichtweg daraus, dass wir überall Kunststoffe einsetzen und die Emissionen über Wind und Wasser verbreitet werden. Es ist also kein Wunder, wenn wir Mikroplastik in der Luft, im Trinkwasser oder in Nahrungsmitteln finden«, so Leandra Hamann, Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement beim Fraunhofer UMSICHT und Co-Autorin der Studie.

Neben dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft, Verboten von bestimmten Produkten oder der Entwicklung neuer Filtersysteme könne aber auch jede_r selbst etwas tun: "Wenn man eh unterwegs ist, einfach mal herumliegenden Müll aufheben und in den nächsten Mülleimer entsorgen. Das geht besonders gut im Urlaub, wo in der Regel mehr Zeit vorhanden und der Blick für die Umgebung intensiver ist. Aber auch im Alltag ist das bereits selbstverständlich für mich.", so Hamann. Neben der Entfernung des Mülls geht es ihr besonders darum, auf das Problem aufmerksam zu machen und andere dazu anzuregen, ebenfalls tätig zu werden.

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