Dein Smiley lächelt wirklich

Studie: Unser Gehirn reagiert auf Emojis ähnlich wie auf menschliche Gesichter

Seid ihr Fans von Emojis und nutzt sie manchmal mehr als Worte? Dann solltet ihr gut abwägen, welchen digitalen Gesichtsausdruck ihr wählt, bevor ihr die nächste Nachricht verschickt oder den nächsten Post in Social Media absetzt. Forschende der Bournemouth University haben nämlich herausgefunden, dass das Gehirn auf Emojis ähnlich reagiert wie auf echte menschliche Gesichter.

Gesichtsausdrücke bilden einer der Grundlagen unserer Kommunikation miteinander. Seit wir uns zunehmend digital unterhalten, reichern wir unsere Sätze mit Emojis an, um mehr Gefühl in unsere Worte zu bringen. Was aber lösen sie wirklich aus? Um dieser Frage nachzugehen, maßen die Wissenschaftler:innen für ihre Studie die elektrische Aktivität in den Gehirnen ihrer Testpersonen. Einer Gruppe von Teilnehmer:innen wurden menschliche Gesichter gezeigt, der anderen Emojis. Alle Bilder zeigten verschiedene Gesichtsausdrücke, darunter Freude, Wut und Traurigkeit. Anschließend verglichen die Forscher die Messwerte des EEG-Geräts zwischen den beiden Gruppen.

Und tatsächlich, die Ergebnisse zeigten, dass das Anschauen der Emojis ähnliche neuronale Reaktionsmuster auslöste wie die Verarbeitung echter menschlicher Gesichtsausdrücke, sagte Madeline Molly Ely, Doktorandin an der Bournemouth University, die die Studie leitete. „Dies deutet darauf hin, dass Emojis nicht nur eine lustige Bereicherung der digitalen Kommunikation sind, sondern vom Gehirn auf ähnliche Weise verarbeitet werden wie echte Gesichtsausdrücke. In diesem Sinne können Emojis bei der Online-Interaktion als bedeutungsvolle emotionale Signale fungieren.“

Die Reaktionen des Gehirns setzten sowohl bei realen als auch bei digitalen Gesichtsausdrücken im Allgemeinen schnell ein, meist innerhalb von 145 bis 160 Millisekunden. Das Muster der Ähnlichkeit stimmte mit den Gehirnregionen überein, die für die Gesichtsverarbeitung zuständig sind. Wenn ihr also das nächste Mal ein :-) oder ein :-( in einer Nachricht verwendet, denkt dran, dass das Gehirn darin mehr als eine Grafik sieht und es sehr ernst nimmt. 

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Psychophysiology veröffentlicht.

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Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung - Stand: 29. April 2026