Sind Frauen die besseren Krisenmanagerinnen?

Studie über den Vertrauensvorschuss für weibliche Führungskräfte in Krisensituationen

Wäre die Welt krisenfester, friedlicher und solidarischer, wenn es mehr weibliche Führungskräfte gäbe? Nach einer Studie von Forscher_innen der Lehigh University und der Queen's University Belfast könnte man fast sagen: ja. Denn sie haben herausgefunden, dass die Menschen zumindest in bestimmten Krisensituationen ein größeres Vertrauen in weibliche Führungskräfte haben, weil Frauen starke zwischenmenschliche Fähigkeiten praktizieren, die zu einer besseren Krisenbewältigung führen. Allerdings gelte das nur unter der Voraussetzung, dass Frauen tatsächlich Beziehungsarbeit leisten und es einen vorhersehbaren Weg aus der Krise gebe, erläutert Co-Autorin Corinne Post, Professorin für Management an der Lehigh University.

"Beziehungsverhalten" legen jene an den Tag, die ihre eigene Person und Taten immer auch im Verhältnis zu anderen sehen - ein gutes Beispiel dafür ist das Verhalten der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern nach den tödlichen Attentaten auf Moscheen in Christchurch, nach denen sie sofort mit den Hinterbliebenen der Opfer Verbindung suchte und auch sehr schnell das Waffengesetz verschärfte. Solche Fähigkeiten, die besonders Frauen durch ihre Sozialisation erworben haben, tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen und wiederherzustellen.

Die emotionale Auswirkung eines Problems reduzieren
Die Forscher_innen widmeten sich insbesondere der Frage des zwischenmenschlichen Emotionsmanagements, das Ängste und Bedrohungsgefühle während einer Krise lindert, indem es die Gefühle anderer vorhersieht und dadurch bewältigt. Der Kern eines solches Verhaltens liegt darin, dass es die emotionale Auswirkung eines Problems reduziert. Die Aufmerksamkeit wird zum Beispiel auf etwas Angenehmeres gerichtet, es werden die positiven Aspekte einer Situation hervorgehoben, und die eigene emotionale Reaktion wird nicht in den Vordergrund gestellt. All diese Aspekte sind von zentraler Bedeutung, wenn Führungskräfte Vertrauen schaffen oder wiederherstellen müssen, das oft im Krisenfall verloren geht.

Krisenszenarien im Unternehmen
Um die Unterschiede beim Vertrauen in Führungskräfte in einer Unternehmenskrise zu untersuchen, entwickelten die Forscher_innen eine Reihe von Krisenszenarien. In einigen Szenarien sollte die Geschäftsführung (mal ein Mann und mal eine Frau) die Gefühle anderer im Verlauf der Krise verhersehen und steuern - und in anderen sollten sich die Chef_innen überhaupt nicht um die Emotionen anderer kümmern. Die Szenarien wurden variiert, um Krisen mit vorhersehbaren oder unsicheren Ergebnissen darzustellen.

Das Ergebnis der Versuche
Tasächlich waren viel mehr Mitarbeiter_innen bereit, sich auf die "Beziehungs-Führung" einzulassen, wenn das Ergebnis vorhersehbar war. War die Krise aber mit unsicheren Folgen behaftet, konnten die Frauen davon weniger profitieren, obwohl sie mehr Engagement und Ressourcen für ihre Organisation aufbringen konnten. Wenn Krisen sich also in erster Linie auf Beziehungsaspekte in einem Unternehmen konzentrieren, haben Frauen diesen Vertrauensvorschuss, wenn es gleichzeitig Gewissheit über die Lösung gibt und die Auswirkungen der Krise besser kontrollierbar sind. Ist der Ausgang einer Krise ungewiss oder schwer zu kontrollieren, setzen viele dann offenbar doch noch immer auf aggressives Führungsverhalten wie Entscheidungen treffen und schnelles Handeln.

Die Studie erschien in der Printausgabe der Psychology of Women Quarterly

Quelle:

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