Schuldgefühle Huckepack genommen

Studie: Gewicht auf den Schultern belastet die Seele

Das kennt wohl jeder: Wenn man sich schuldig fühlt oder unter Druck steht, fühlt es sich so an, als würde man eine tonnenschwere Last auf den Schultern mit sich herumschleppen. ForscherInnen der Harvard University haben diese Situation einmal umgekehrt und sich gefragt, ob tatsächliche Last auf den Schultern das Verhalten beeinflusst. Fühlen wir uns eher schuldig, wenn wir schwer zu schleppen haben?

Die ForscherInnen testeten dies in vier unterschiedlichen Experimenten. In einem davon teilten sie die 30 studentischen TeilnehmerInnen in zwei Gruppen ein. Beide bekamen einen Rucksack aufgesetzt: entweder einen schweren oder einen leichteren. Auf einem Stuhl sitzend beschrieben alle Teilnehmenden in einem Aufsatz eine Situation aus der Vergangenheit, in der sie sich schuldig gefühlt hatten. Anschließend gaben sie in einem Fragebogen Auskunft über ihre momentane Stimmungslage und darüber, wie es um ihr Gewissen bestellt war. Die Auswertung zeigte: Diejenigen, die währenddessen buchstäblich viel Gewicht auf den Schultern hatten, fühlten sich auch doppelt so schuldig.

Weitere, ähnliche Versuche bestätigten die Ergebnisse: Immer wenn die TeilnehmerInnen schwer zu tragen hatten, hatten sie mehr Schuldgefühle als die Vergleichsgruppe.

In anschließenden Experimenten testeten die ForscherInnen nun, ob das Extra-Gewicht auf den Schultern auch das Verhalten der Testpersonen beeinflusst. Und das tat es tatsächlich. So hatten die TeilnehmerInnen nach der Aufsatzaufgabe, in der sie ihr Schuldbewusstsein aus der Vergangenheit schilderten, die Wahl, sich mit einem Sudoku die Zeit zu vertreiben oder Daten in eine Maske einzugeben – eine eher langweilige Aufgabe. Anscheinend hat auch hier das schwere Gewicht das Schuldgefühl und somit auch das Pflichtbewusstsein erhöht und so wählten die Schwerbepackten häufig die langweilige „Strafaufgabe“. Bei weiteren Versuchen wählten sie zudem öfters den gesunden als den ungesunden Snack und schummelten weniger als diejenigen, die nur eine leichte Last auf den Schultern trugen.

Diejenigen, die schwer buchstäblich schwer zu tragen hatten, versuchten sich in allen Experimenten besonders korrekt zu verhalten, so als hätten sie etwas gut zu machen.

Die Studie zeigt einmal mehr, wie sehr das körperliche Empfinden unsere Gefühle beeinflusst. So können Schülerinnen, die ihren Rucksack abnehmen, wohl in zweifacher Hinsicht behaupten, dass ihnen damit eine Last von den Schultern genommen ist.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 6. Febrauar 2013
 
 
 

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