Schülerpraktikum - Warum sollte ich?

Was so ein Schülerpraktikum eigentlich bringt und wie man den richtigen Betrieb findet

Mädchen in Werkstatt
Bild: LizzyNet

Die meisten SchülerInnen werden irgendwann mit dem Thema eines „Betriebspraktikums“ konfrontiert. Was so ein Schülerpraktikum eigentlich bringt und wie man den perfekten Betrieb findet, das erfahrt ihr im Folgenden.

Definition Praktikum
Im Laufe seiner Schulzeit muss fast jeder einmal ein sogenanntes Schülerpraktikum absolvieren. Hierbei handelt es sich um ein paar Tage, die ein Schüler in einem Betrieb seiner Wahl verbringt, um dort die tägliche Arbeit einer oder mehrerer Berufe näher kennenzulernen.

Nun stellt sich bestimmt für den Ein oder Anderen die Frage: Was bringt mir ein Praktikum? Dies ist einfach zu erklären, denn ein solcher „Einblick“ in einen Betrieb hat zahlreiche Vorteile. Da wäre zum Einen die berufliche Orientierung. Viele haben überhaupt gar keine Ahnung, welchen Beruf sie später ausüben, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium machen möchten bzw. können sich nicht entscheiden, ob sie zum Beispiel lieber in die Technik oder in die Politik gehen möchten. Durch ein Praktikum hat man die Möglichkeit, eine Tätigkeit mit all ihren Vor- und Nachteilen kennenzulernen und dann, anhand dieser, abschätzen, wie gut dieser Beruf nun tatsächlich zu Einem passt. Zum Anderen kann man erste Schritte im Bereich Bewerbung machen. Denn eine gute Bewerbung ist die Grundlage jedes Berufes und verlangt oft Übung und Mühe.

1. Was passt zu mir?
Doch wir beginnen von vorne. Wenn man sich für einen Praktikumsplatz entscheiden muss, sollte man sich zunächst Gedanken darüber machen, in welche Richtung man gehen möchte. Denn heutzutage ist die Liste der Berufe lang, in Deutschland gibt es knapp 350 Ausbildungsberufe. Da fällt die Entscheidung schwer. Hierbei kann ein kleiner Persönlichkeitstest helfen. Hierbei schreibst du alle Themen auf, mit denen du dich gerne beschäftigst. Auch kannst du deine Stärken und Schwächen vermerken. So kannst du z.B. herausfinden, dass dir ein Bürojob vielleicht weniger Spaß machen würde, wenn du gerne und viel im Freien bist. Du kannst natürlich auch mit deinen Eltern und Freunden sprechen, die als Außenstehende möglicherweise Ideen haben. Hast du eine kleine Auswahl getroffen, kannst du im Internet gezielt nach Berufen recherchieren. Eine interessante Seite ist hierfür z.B. www.planet-beruf.de. Dort findest du außerdem weitere Tipps zur Orientierung.

2. Die Bewerbung
Hast du nun einen Beruf gefunden, der dich interessiert, kannst du im Internet, auf Nachfrage bei Eltern, Freunden, Bekannten und Lehrern erfahren, wo man eventuell dieses Praktikum machen könnte. Du kannst auf den Webseiten der Unternehmen nachschauen oder in den Betrieben deiner Stadt nachfragen. Die meisten Schüler müssen, wenn sie sich einen Betrieb ausgesucht und sich über ihn informiert haben, eine Bewerbung schreiben. Das ist der wichtigste Teil, denn eine ordentliche Bewerbung ist sehr wichtig. Hier kann dir der LizzyNet-Bewerbungstrainer helfen.
Sei nicht enttäuscht, wenn die erste Bewerbung nicht klappt. Viele Betriebe können oder dürfen Schülern einfach keine Praktika anbieten. Lass dich von Absagen aber nicht abschrecken, sondern bleibe hartnäckig. Betrachte eine Absage auch nicht als Kritik an deiner Persönlichkeit. Verschicke gleich zwei, drei oder vier Bewerbungen auf einmal. In den meisten Fällen finden Schüler eigentlich immer einen Platz. Selten muss ein Schüler ein Vorstellungsgespräch absolvieren, bevor er in den Betrieb aufgenommen wird. So ein Gespräch ist aber nicht schlimm; die Firma möchte dich und deine Motivation hierbei einfach kennenlernen. Sei einfach du selbst! Das ist auch während des Praktikums ein wichtiges Gebot.

3. Angenommen!? Und jetzt?
Hast du einen Praktikumsplatz bekommen, kannst du dich ein wenig über den Betrieb informieren. Dies schadet nie und kommt beim zukünftigen „Arbeitgeber“ sicherlich gut. Auch solltest du beim Antritt deines Praktikums auf das gute Auftreten achten. Auf die Berufsgruppe abgestimmte Kleidung spielt hier eine große Rolle. Du kannst dich zuvor auch bei deinem Arbeitgeber informieren, welcher Kleidercode gegeben ist.

Versuche, dich während des Praktikums gut einzubringen, verfolge alle Handlungsschritte genau und höre interessiert zu, wenn dir etwas erklärt wird. Bei Fragen, solltest du dich nicht genieren, sie zu stellen.

Oftmals wird von den Schulen nach Abschluss eines Praktikums ein Bericht verlangt. Somit solltest du während deiner Tätigkeit im Betrieb nach jedem Tag aufschreiben, was du gemacht und gelernt hast. Diese Notizen kannst du dann zum Schluss zu einem Text zusammenfassen.

4. Die Rechtslage
Auch wenn du dich über dein Praktikum freust, solltest du Einiges beachten. Denn das Gesetz schreibt bestimmte Regeln vor und es ist sehr wichtig, diese Rechtslage einzuhalten.

- Auf keinen Fall darf dich dein Praktikum physisch oder psychisch überlasten. Das heißt, dass du z.B. keine Schwerstarbeit, wie das Heben, Tragen bzw. Bewegen von gewichtigen Dingen, verrichten darfst.
- Da man in Deutschland mit unter 15 Jahre noch als Kind gilt, darfst du höchstens 7 Stunden am Tag arbeiten. Zwischen 15 und 18 Jahren sind 8 Stunden erlaubt.
- In den meisten Fällen darf man als Schüler nach 20 Uhr nicht mehr arbeiten. Ausnahmen gibt es bei Schichtarbeiten. Hierbei solltest du dich aber vorher im Internet informieren. Auch sollte eine Ruhepause von 12 Stunden zwischen den einzelnen Arbeitstagen gewährleistet sein.
- Wenn du während des Praktikums krank werden solltest, musst du nicht nur den Betrieb, sondern auch die Schule informieren. Rechtlich wird das Praktikum nämlich als Schulaktivität angesehen.
- Normalerweise bekommen Schüler während Ihres Betriebspraktikums keine Vergütung, sondern oftmals eine kleine Belohnung wie einen Rabatt oder einen Gutschein für einen Warenkauf. Dies ist jedoch äußerst selten.
- Bei einem freiwilligen Praktikum in den Ferien solltest du dich mit dem Betrieb über die Rechtslage absprechen.
(Quelle: planet-beruf.de)

Sollte der Betrieb in irgendeiner Weise gegen die Auflagen verstoßen bzw. solltest du dich unwohl fühlen, wende dich sofort an deine Eltern, die Schule oder an deinen Arbeitgeber.

Am Ende des Praktikums ist es oft üblich, dass die Schüler eine sogenannte „Praktikums-Urkunde“ bekommen. Nicht selten sind hier nicht nur besondere Fähigkeiten vermerkt, die deinem Arbeitgeber während deiner Zeit im Betrieb aufgefallen sind, sondern auch die Arbeiten, die du verrichtet hast. Hebe dieses Dokument auf jeden Fall gut auf, es kann dir bei deinen folgenden Bewerbungen z.B. für ein weiteres Praktikum oder eine Ausbildung behilflich sein.

Wenn du die genannten Dinge beachtest, steht einem spannenden und lehrreichen Praktikum nichts im Weg. Es bringt Abwechslung in den Schulalltag und kann sogar richtig Spaß machen. Du kannst hier viele Erfahrungen machen, die dir die Entscheidung über deinen Lebensweg vereinfachen können.

Autorin / Autor: kaya - Stand: 28. März 2011
 
 

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