Scheitern als Chance

Kinder, die Schwierigkeiten als Teil des Lernens begreifen, schneiden besser ab

Kinder, denen immer wieder versichert wird, dass Irren und Scheitern zum Lernen dazu gehört, schneiden bei schwierigen Aufgaben besser ab und haben auch mehr Selbstvertrauen in Bezug auf ihre Leistungen. Das haben zwei französische Forscher der Unversité Poitiers in Experimenten herausgefunden und wenden sich damit gegen die weitläufige Auffassung, dass akademischer Erfolg immer mit hohen Kompetenzen einhergeht und Scheitern mit intellektueller Unterlegenheit.
Wer immer davon besessen sei, Erfolg haben zu müssen, habe solche Angst vor dem Scheitern, dass er nur widerstrebend schwierige Schritte unternehme, um neues Material zu erarbeiten, erklärt Frederique Autin, einer der Autoren der Studie.

In ihren Experimenten arbeiteten die Forscher mit französischen Sechstklässlern, denen sie in einem ersten Durchgang (unlösbare) Anagramme zu bearbeiten gaben. Einer Gruppe erklärten die Forscher, dass Lernen eine schwierige Sache sei und Scheitern etwas ganz normales sei, dass aber Übung helfen könne - genau wie beim Fahrrad fahren. In der zweiten Gruppe wurden die Kinder lediglich gefragt, wie sie denn die Aufgaben lösen wollten.

Anschließend wurde bei allen Kindern in Tests das sogenannte Arbeitsgedächtnis gemessen. Das Arbeitsgedächtnis gilt als Schlüsselwert, der die intellektuelle Leistungsfähigkeit in vielen Bereichen vorhersagen kann: zum Beispiel das Leseverständnis, Problemlösen und den IQ.
Bei dieser Messung schnitten die Kinder, die zuvor im Hinblick auf ihre Schwierigkeiten ermutigt worden waren vor allem bei schwierigen Aufgaben besser ab als die Gruppe, die nicht ermutigt worden war, aber auch besser als eine Kontrollgruppe, die den Test ohne vorheriges Anagrammlösen und Co. geschrieben hatte.

In einem weiteren, ähnlich aufgebauten Experiment wurde verglichen, ob ein Erfolgserlebnis beim Anagrammlösen vielleicht die Leistung verbessert. So bekam eine Gruppe ein einfaches und lösbares Anagramm, wurde aber nicht über die Schwierigkeiten beim Lernen aufgeklärt. Auch in diesem Durchgang schnitt die Gruppe mit einem unlösbaren Anagramm, die aber ermutigt worden war, besser ab als die Gruppe, die ein eigenes Erfolgserlebnis verbuchen konnte.

Auch in einem dritten Experiment, in dem das Leseverständnis und die Einstellung zu den eigenen Kompetenzen abgefragt wurde, schnitt die ermutigte Gruppe am besten ab.

Wenn gleich die hier gesteigerte Leistungsfähigkeit der ermutigten Schüler nur eine kurzfristige war, folgern die Forscher, dass es für den Lernerfolg viel wichtiger sei, mit Schwierigkeiten umgehen zu können und keine Angst vor dem Scheitern zu haben, als ständige richtige Ergebnisse abzuliefern und Erfolgserlebnisse zu haben.

Sie propagieren darum eine Erziehung, die den Kindern beibringe, mit Fehlern und Misserfolgen umzugehen, und forderten Lehrer und Eltern auf, nicht so sehr auf Ergebnnisse und Noten zu schauen, sondern eher auf den Fortschritt zu achten, den ihre Kinder machen. Lernen brauche Zeit und jeder Schritt sollte gewürdigt werden.

Die Ergenisse der Studie wurden im Journal of Experimental Psychology: General® veröffentlicht.

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 16. März 2012
 
 
 

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