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Psychologische Studie: Der Denkstil taugt als Musikorakel

Seid ihr "Empathisierer"? Also Menschen, die sich gut in andere hineinversetzen können und ihr Handeln danach ausrichten? Oder seid ihr Systematisierer, die sich im Leben lieber an Mustern und Regeln orientieren? Möglicherweise könnte diese Auskunft auch etwas über euren Musikgeschmack verraten. Das wollen zumindest Wissenschaftler_innen der University of Cambridge herausgefunden haben, die in einer Studie untersucht haben, dass der Denkstil und der Musikgeschmack von Menschen in einer Beziehung zueinander stehen.
Dabei sollen Emphatisierer mehr auf softe Klänge (wer hätte das gedacht?) stehen, während Systematisierer es häufiger hart und rockig mögen. Nachdem in vorausgegangenen Studien schon mehrfach Zusammenhänge zwischen dem Charakter und/oder verschiedenen Persönlichkeitszügen mit dem Musikgeschmack aufgezeigt wurden, wollten auch die Forscher_innen um David Greenberg der Frage nachgehen, wie es mit dem "kognitiven Stil" aussieht.

Obwohl sich der Musikgeschmack bei den meisten Menschen im Laufe der Zeit auch mal verändert, war Greenberg überzeugt, dass der Denkstil und der Empathie-Level einer Person dazu geeignet seien, vorherzusagen, welche Art Musik sie bevorzugt. Er und sein Team sammelten Daten aus verschiedenen Studien mit insgesamt über 4.000 Teilnehmer_innen. Die meisten von ihnen hatten eine Facebook-App namens myPersonality genutzt und somit eine Art psychologisches Profil erstellt. Diesen Teilnehmer_innen wurden dann 50 (unbekannte) Musikstücke vorgespielt, die stellvertretend für 26 Musikgenres standen. Dabei offenbarten sich hoch emphatische Menschen als Fans von weicher und gefälliger Musik (R'n'B, Singer/Songwriter/ Pop usw.), die eher eine niedrige Energie aufweist, tiefe Emotionen transportiert und auch negative Emotionen (Traurigkeit, Depressionen) nicht ausspart. Systematisierer hingegen bevorzugen harte oder sehr energiegeladene Musik, die eher positive Emotionen vermittelt und intellektuell eher komplex ist.

Selbst innerhalb eines bestimmten Genres konnten die Wissenschaftler_innen den Unterschied ausmachen: Empathisierer stehen der Studie zufolge eher auf weichen Jazz à la Norah Jones, während Systematisierer Avant-Garde-Jazz ansprechender finden.

Greenberg, der selbst Musiker ist, glaubt, die Ergebnisse seiner Studie könnten für die Musikindustrie interessant sein. Schließlich steckten Musikdienste wie Spotify viel Mühe darein, herauszufinden, was die Nutzer_innen gerne hören würden. Möglicherweise könnten die Anbieter bei Kenntnis des Denkstils weitaus treffendere Musikvorschläge machen als dies bisher der Fall ist.

Stimmt das und wollen wir das?
Es fragt sich natürlich, ob wir als Nutzer_innen überhaupt Lust hätten, einem Musikdienst Einblick in unseren Denkstil zu gewähren, nur damit sie uns passendere Vorschläge machen können. Wollen wir das? Und stimmt das überhaupt? Tatsächlich haben sich an der Studie ja fast ausschließlich Personen beteiligt, die PsychoApps bei facebook benutzen. Vielleicht lautet das Ergebnis der Studie ja darum eher: Leute, die  PsychoApps bei facebook verwenden, machen ihren Musikgeschmack abhängig von ihrer Denke. ;-)

Quelle:

Stichworte

Musikgeschmack und Persönlichkeit  Musikgeschmack und sozialer Faktor  Musikgeschmack und Charakter  Musikgeschmack und Wertvorstellungen

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 4. August 2015
 
 

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