Runter von der Reservebank!

Zur Arbeitssituation von Frauen in Deutschland am 8. März, dem Internationalen Frauentag

Eigentlich können Frauen und Mädchen richtig stolz auf sich sein, im deutschen Bildungssystem haben sie in den letzten Jahrzehnten viel erreicht. Mädchen haben die besseren Schulabschlüsse und sind damit für das Berufsleben mindestens so gut qualifiziert wie Männer. Nur merkt man davon leider immer noch nicht sehr viel auf dem Arbeitsmarkt. Frauen sind nach wie vor häufiger langzeitarbeitslos als Männer, und wenn sie im Berufsleben stehen, dann üben sie häufig Teilzeit-Jobs aus, sitzen seltener im Chefsessel und tragen dementsprechend auch weniger Lohn nach Hause.

Frauen bilden eine gut qualifizierte Reserve für den Arbeitsmarkt, so drückt es die Bundesagentur für Arbeit etwas höhnisch aus, doch fügt sie gleich hinzu: „Eine Reservebank können wir uns am Arbeitsmarkt aber nicht leisten. Fachkräfte werden bereits heute händeringend gesucht, offene Stellen können nicht besetzt werden – auch in klassischen Frauenberufen, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen“, so Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit. Trotzdem haben die Fachleute die Gewissheit, dass sich die Situation für Frauen bald bessern wird. Ihr Verbündeter sei der sogenannte "demografische Wandel" - die Gesellschaft wird älter und es gibt weniger Kinder. Die Arbeit bleibt, aber die Arbeitskräfte gehen aus. Also wird künftig mehr um die Frauen geworben.

Doch um die gut qualifizierten und motivierten Frauen, die gerne arbeiten würden, zu gewinnen, muss sich etwas ändern. Allzu oft können sie gar nicht Vollzeit in den Beruf zurückkehren, sobald sie eine Familie gegründet haben, da es immer noch mehrheitlich die Frauen sind, die sich um Kinder und Haushalt kümmern. Und Alleinerziehende haben es noch schwerer. „Die Betreuungsangebote wurden und werden zwar ausgebaut, entsprechen in ihrer Gestaltung aber nicht dem Stand des 21. Jahrhunderts. Hier muss deutlich mehr getan werden, sonst wird sich an der Situation arbeitsuchender junger Mütter nichts ändern“, meint Alt.

Über 60 Prozent der arbeitslosen Frauen kommen laut Agentur für Arbeit aus dem Einzelhandel, aus Gesundheits- und Pflegeberufen oder aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Das sind Berufe mit Arbeitszeiten, die von klassischen Kinderbetreuungszeiten in Kitas nicht abgedeckt werden. Neben den Kinderbetreuungsangeboten seien in der Wirtschaft aber auch kluge Modelle und Ideen gefragt, um Beruf und Familie zu verbinden. Langfristig denkende Personalverantwortliche hätten längst die Zeichen der Zeit erkannt und investierten in familienfreundliche und familienbewusste Arbeitsbedingungen, böten mehr Teilzeitausbildungen an oder richteten Betriebskindergärten ein. „Gespräche mit jungen Frauen zeigen mir aber auch, dass immer noch zu viele Vorurteile da sind, wenn sich Vorstellungsgespräche zu 90 Prozent nur um das Kind drehen. Der Wandel in den Köpfen hat eingesetzt, muss sich aber fortsetzen“, so Heinrich Alt.

Zum diesem Wandel ruft auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon heute die Regierungen und Gesellschaften auf. In seiner Erklärung zum Weltfrauentag mahnt er alle Kräfte, "sich der Gleichheit der Geschlechter und der Stärkung der Frauenrechte zu verschreiben. Dies ist ein grundlegendes Menschenrecht und eine Kraft, von der alle profitieren werden. Die Energie, das Talent und die Stärke der Frauen und Mädchen ist die wertvollste, unerschlossene natürliche Ressource der Menschheit."

Hach, tut das gut... wäre doch nur jeder Tag ein Weltfrauentag ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung; - Stand: 8. März 2012
 
 
 

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