Streitschlichter oder Aufmerksamkeitskiller?

Studie untersuchte psychologische Effekte gemeinsamen Essens

Dass gemeinsam eingenommene Mahlzeiten sich positiv auf das Gruppengefühl auswirken, ist vielen - hoffentlich durch eigene Erfahrung - bekannt. Manchmal kann das zusammen verspeiste Essen sogar dazu beitragen, dass sich aufgestaute Aggressionen in Luft auflösen und spätenstens beim Nachtisch die Harmonie wieder hergestellt ist.

Nun hat eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Sommer vom Institut für Psychologie der Humboldt-Universität auch mal wissenschaftlich untersucht, welche kognitiven und emotionalen Prozesse durch gemeinsames Essen in Gang gesetzt werden. Die ForscherInnen wollten also wissen, ob sich dies nicht nur auf die gefühlsmäßige Ebene auswirkt, sondern ob eventuell die Aufmerksamkeit, die Kreativität, das Planungs- und Lernverhalten davon beeinflusst werden.

Um mehr über die psychologischen Effekte einer Mahlzeit herauszufinden, mussten 32 Probandinnen ihr Mittagessen alleine im Büro einnehmen oder zusammen mit einer Freundin in einem Restaurant essen gehen. Im Anschluss an die Mahlzeit wurde ihre Wirkung auf die Wahrnehmung und Emotionen per Fragebogen, EEG und Reaktionszeitmessung untersucht.

„Bei einer gemeinsam eingenommenen Mahlzeit lässt die kognitive Kontrolle etwas nach, das heißt, man wird liberaler und nachlässiger, nimmt eigene Fehler weniger ernst“, fasst HU-Professor Sommer die Ergebnisse zusammen. Passend dazu stellten die WissenschaftlerInnen fest, dass die Gemeinsam-EsserInnen sensibler auf negative emotionale Gesichtsausdrücke reagierten. Das ist eine gute Voraussetzung, wenn es beispielsweise darum geht, bei Konflikten zu einer Einigung zu kommen. Nicht so gut ist dies, wenn es darum geht, Aufgaben mit hoher Aufmerksamkeit und Exaktheit lösen zu müssen. Die ForscherInnen fanden außerdem heraus, dass sich die Teilnehmerinnen nach einer gemeinsam eingenommenen Mahlzeit zwar nicht besser gelaunt, wohl aber entspannter einschätzten.

Nun wollen die Wissenschaftler auf diesem Feld weitere Studien durchführen und herausfinden, wie sich die Essenssituation beispielsweise auf Einfühlungsvermögen und Kreativität auswirkt.

Ab jetzt gilt also die Faustregel: Esst gemeinsam, wenn ihr Streit schlichten oder verhindern wollt, aber verkriecht euch mit eurem Teller vor der nächsten Mathe-/Physikarbeit ;-)

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 6. August 2013
 
 
 

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