Phubbing ist ein Teufelskreis

Wer sich wegen exzessiver Smartphonenutzung vernachlässigt fühlt, glotzt selbst ständig darauf. Das zumindest behauptet eine Studie, die aber möglicherweise noch einen anderen Hintergrund hat.

Smartphones und die Nutzung sozialer Netzwerke soll ja eigentlich helfen, Menschen näher zusammenzubringen. Doch manchmal läuft das gründlich schief. Wenn jemand sich mitten im Gespräch lieber mit irgendwelchen Posts in sozialen Netzwerken beschäftigt oder anstatt den romantischen Sonnenuntergang zu genießen lieber Promi-Fotos auf instagram liked, der stößt sein gegenüber vor den Kopf. Für dieses Verhalten wird neuerdings der Begriff "Phubbing" verwendet - eine Kurzform von "partner phone snubbing". 

Wissenschaftler_innen der Baylor University beschäftigen sich schon länger mit dem Phänomen des Phubbing und hatten bereits in einer früheren Studie festgestellt, dass Phubbing weit verbreitet ist, zu Konflikten in Beziehungen führen kann und bei den Betroffenen für depressive Verstimmungen sorgt. In einer neuen Studie haben die Forscher_innen nun den Zusammenhang zwischen Partnerschaft, Depression, der Nutzung sozialer Netzwerke, Stress und Angstzuständen vertiefend untersucht.

Phubbing ist ein Teufelskreis
In ihrer Studie mit 330 Teilnehmer_innen kam heraus: Es ist ein Teufelskreis! Wer sich von der Handynutzung seines Gegenübers vor den Kopf gestoßen fühlt, sucht seinen Trost im Handy. Fast die Hälfte der Testpersonen, die sich "gephubbed" fühlten, gab an, das Handy selbst täglich mehr als 1,5 Stunden zu nutzen, ein Drittel erklärte, nach neuen Kontakten in sozialen Netzwerken zu suchen, über die Hälfte gab an, dass soziale Netzwerke ihr Leben bereichern würden und dass sie sich durch Kommentare und Likes bestätigt und anerkannt fühlen würden.

Die Forscher_innen erklären, dass wir in sozialen Netzwerken suchen, was wir im realen Leben nicht bekommen. Sind wir gekränkt und fühlen uns ausgeschlossen, weil unsere Parter_innen sich lieber mit dem Handy als mit uns beschäftigen, suchen wir in sozialen Netzwerken eben diese Zugehörigkeit, die wir in der aktuellen Situation vermissen. Wenn beide sich dann gephubbed fühlen, nimmt das Elend seinen Lauf. Absurderweise führt dieser Teufelskreis also dazu, dass soziale Netwzerke, die uns mit anderen verbinden sollen, eher  dazu führen, dass wir uns von Menschen entfernen, die uns wichtig sind.

Die Wissenschaftler_innen empfehlen, smartphonefreie Zonen und Zeiten einzurichten - etwa, wenn wir mit der Familie, guten Freund_innen oder dem/der Liebsten zusammen sind.

Wie Forschung durch Tricks besser in die Medien gelangt
Der Begriff "phubbing" soll ursprünglich die Erfindung einer australischen Werbefirma gewesen sein, mit der ein Wörterbuch beworben wurde. Der Begriff wurde zum viralen Hit, die Forscher_innen adoptierten den Begriff daraufhin für ihre Studien, auch um von dessen viralen Potenzial zu profitieren. Das hat offenbar gut funktioniert, denn die erste Studie zu dem Thema wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen.

Da beide Phubbing-Studien von einer Marketing-Professorin und ihrem Team an einer wirtschaftlichen Fakultät durchgeführt wurden, kann man mutmaßen, dass es in dieser Untersuchung weniger um die psychologischen Aspekte der Handynutzung geht, als darum, wie man Forschungsergebnisse möglichst erfolgreich in die Medien bringt. Es wäre nicht erstaunlich, wenn sich die nächste Studie dieser Forscher_innen mit der viralen Verbreitung von Forschungsnews beschäftigt ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemeldung - Stand: 16. Juni 2017
 
 
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