Nackte Haut, wenig Mitgefühl

Studie: Betrachter_innen empfinden weniger Empathie für sexualisiert dargestellte Frauen

Bild: Luise Weber

Werden Frauen sexualisiert dargestellt, wie es etwa in der Werbung häufig der Fall ist, dann werden sie von Betrachter_innen in besonderer Weise wahrgenommen. Nicht nur, dass ihnen bestimmte menschliche Eigenschaften wie Moral oder Verantwortung eher abgesprochen werden, ihnen wird auch weniger Empathie entgegengebracht. Das haben Wissenschaftler_innen der Universitäten Wien und Triest herausgefunden. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie konnten Giorgia Silan und ihre Kolleg_innen zeigen, dass empathische Gefühle und Gehirnreaktionen reduziert sind, wenn wir die Gefühle sexualisierter Frauen beobachten.

Für ihre Versuche ließen die Wissenschaftler_innen Testpersonen ein computergesteuertes Ballwurfspiel spielen, bei dem sie mal mitspielen durften, mal ausgeschlossen wurden. Dies sollte positive und negative Emotionen hervorrufen. Dabei wurde ihnen eine von Schauspielerinnen verkörperte Frau gezeigt, der es ebenso ging. Die Mitspielerin wurde dabei auf unterschiedliche Weise präsentiert: Sie trug mal Hose und Shirt, mal sexy geschnittene Kleidung.

Die Teilnehmer_innen wurden anschließend befragt, wie sie sich selbst gefühlt hatten und wie sehr sie mit der gezeigten Spielerin mitgefühlt hatten. Außerdem wurde mit der Magnetresonanztomographie abgebildet, wie stark Hirnbereiche aktiviert sind, die für das Mitfühlen und Hineinversetzen in andere verantwortlich sind. Dabei kam heraus, dass die Gehirnbereiche, die bei Empathie beteiligt sind, weniger stark aktiviert waren, wenn die Frau sehr sexualisiert gekleidet war. Es scheint, als ob die objekthafte Darstellung der Frau auch dazu führt, dass die Betrachter_in sich nicht mit deren menschlichen Gefühlen identifizieren kann.

Es wird diskutiert, ob diese verminderte Fähigkeit zur Empathie beispielsweise ein Grund für geschlechtsspezifische Gewalt sein könnte.

Die Ergebnisse der Studie sind im Fachmagazin "Cortex" erschienen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung; Bild: Luise Weber - Stand: 16. Januar 2018
 
 

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