Nachnamen zuerst

Studie: Berühmte Frauen werden selten ohne Vornamen genannt, berühmte Männer selten mit. Das hat Wirkung, wie ein Studie der Cornell University zeigt.

Wir reden von Darwin und Marie Curie, von Shakespeare und von Jane Austen, von Dickens und Emily Dickensen. Wenn berühmte Männer genannt werden, dann häufig ohne ihren Vornamen, ist hingegen von berühmten Frauen die Rede, dann wird der Vorname wie selbstverständlich ergänzt. Im Deutschen ist es nicht anders: Wir haben Goethe, Schiller, Beethoven, Marx und Einstein auf der einen Seite, aber Bettina von Arnim, Rosa Luxemburg, Clara Schumann und Käthe Kollwitz auf der anderen.

Stecken Vorurteile darin?
Forscher_innen um Melissa Ferguson von der US-amerikanischen Cornell University haben in acht verschiedenen Studien untersucht, wie Männer und Frauen männliche und weibliche Berühmtheiten bezeichnen. Der Doktorandin Stav Atir war die Diskrepanz zunächst im israelischen Fernsehen bei politischen Experten aufgefallen, dann beobachtete sie, dass Student_innen an ihrer Fakultät es ebenso hielten, wenn sie sich über Wissenschaftler_innen unterhielten. Sie fragte sich darum, ob es Vorteile habe, nur beim Nachnamen genannt zu werden und inwieweit sich in dieser ungleichen Bezeichnungspraktik geschlechtsspezifische Vorurteile widerspiegeln oder gar verfestigen.

Nur der Nachname wirkt berühmter
Die Wissenschaftler_innen werteten darum zahlreiche Daten aus - etwa die einer Website, auf der Professor_innen bewertet werden oder bekannte politische Radiosendungen - die ungleiche Namensnennung zog sich durch alle Formate. Sogar in einem Experiment, in dem erfundene Wissenschaftler_innen benannt werden sollten, neigten die Proband_innen dazu, beim Mann den Vornamen wegzulassen. Dass es offenbar Vorteile hat, nur mit dem Nachnamen genannt zu werden, zeigte sich in einer weiteren Studie: Berühmtheiten, die nur beim Nachnamen genannt werden, wurde von den Testpersonen größere Berühmtheit und höhere Professionalität zugesprochen.

Die Forscher_innen sind überzeugt, dass dies auch Konsequenzen für politische Kampagnen haben könne. Werde ein_e Kandidat_in stets mit Vor- und Nachnamen genannt, habe das möglicherweise Auswirkungen auf deren wahrgenommene Kompetenz und Strahlkraft.

Die Forscher_innen wollen in künftigen Studien noch genauer untersuchen, wie sich diese Geschlechterungleichheit bei der Namensnennung genau auswirkt. Dass sie aber Wirkung hat, davon sind die Forscher_innen überzeugt. In ihrer Arbeitsgruppe achten sie seither besonders darauf, wie über Wissenschaftlerinnen gesprochen wird.

Wie sehr auch wir uns schon an diese Sprechweise gewöhnt haben, zeigen die folgenden Namen, die den meisten ohne Vornamen fast schon fremd vorkommen: Scholl, d'Arc, Stuart, Christie, von Bingen, Frank…

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung via Eurekalter.org - Stand: 3. Juli 2018
 
 
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