Musik verbindet - aber nur die, die es zulassen

Studie: Schon das Hören von Musikstücken kann zu positiveren Einstellungen gegenüber anderen Kulturen führen

Ach wäre das schön: Endlich ein einfaches Mittel gegen Hass, Rassismus, Vorurteile und Gewalt! Aber wer weiß, vielleicht gibt es das ja tatsächlich? Forscher_innen der Universitäten von Oxford und Exeter haben nämlich herausgefunden, dass das Hören von fünf Minuten westafrikanischer oder indischer Popmusik den Zuhörer_innen eine positivere Einstellung zu diesen Kulturen vermitteln kann.

Schon frühere Studien hatten ergeben, dass Musik die Zugehörigkeit und die Zusammenarbeit fördern kann, aber die neue Untersuchung zeigt, dass schon das bloße Hören von Musik die unbewusste Einstellung zu anderen kulturellen Gruppen verbessern kann.

Nur ein Song
Die Musikpsycholog_innen Professor Eric Clarke und Dr. Jonna Vuoskoski von der Universität Oxford und der Musik-Soziologe Professor Tia DeNora von der Universität von Exeter nutzten für ihre Studie eine Methode, namens Implicit Association Test, mit deren Hilfe sie messen konnten, ob und wie sich die unbewussten kulturellen Vorlieben der Zuhörer_innen veränderten, nachdem sie einen Song westafrikanischer oder indischer Popmusik gehört hatten.

Tatsächlich konnten die Forscher_innen eine positive Veränderung der Gefühle in Bezug auf die jeweilige Kultur feststellen. Aber: nicht alle Zuhörer_innen reagierten gleich. Leider. Menschen mit einer empathischen Persönlichkeit waren erwartungsgemäß offener für die Auswirkungen der Musik, während jene mit geringerem Einfühlungsvermögen die Musik eher kalt ließ.

"Die Musik erfüllt eine ganze Reihe psychologischer und sozialer Funktionen. Sie bringt die Menschen zusammen und prägt ihre Gefühle und Verhaltensweisen", stellte Professor Eric Clarke von der Musikfakultät der Universität Oxford fest. Musik könne aber auch sehr spalterisch sein. In einer Zeit des zunehmenden Nationalismus und Isolationismus lieferten die Ergebnisse ihrer Studie aber aufmunternde Beweise für die Fähigkeit der Musik, kulturelles Verständnis zu erhöhen, ist der Wissenschaftler überzeugt.

Musik sei keine 'Zauberkugel', die automatisch Barrieren überwinde, so Dr. Jonna Vuoskoski, es sei schon eine gewisse Offenheit nötig. Aber gerade in einer Zeit, in der Werte wie Toleranz und Empathie dringender gefordert seien wie je zuvor, sei es wichtig zu verstehen, wie Musik auf unbewusste kulturelle Reflexe Einfluss nehmen könne, ergänzt Professor Tia DeNora.

Die Studie wurde veröffentlicht in der Zeitschrift Psychology of Music.

Quelle

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung
 
 
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