Miese Laune macht auch misstrauisch

Studie: Negative Emotionen können unser Vertrauen in andere verringern

Dass schlechte Stimmung den Umgang mit unseren Freunden, Kolleginnen und anderen Mitmenschen vermiest, habt ihr bestimmt schon öfter erfahren. Selbst dann, wenn eure Laune gar nichts mit der Person zu tun hat. Negative Gefühle vermasseln aber nicht nur die Kommunikation, sondern machen insgesamt misstrauischer. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die ein internationales Forschungsteam der Universität Amsterdam (UvA) und der Universität Zürich (UZH) durchgeführt hat.

Streit ohne direkten Anlass
Wie schnell kommt´s zum Streit - selbst mit einem geliebten Menschen - auch wenn er oder sie gar keinen Anlass dazu gegeben hat? Da reicht es schon, wenn man den Fahradschlüssel nicht findet, oder man den Wecker nicht gehört hat. Forscher nennen diese Art von Emotionen "zufällig", weil sie durch Ereignisse ausgelöst wurden, die nichts mit unseren derzeit laufenden sozialen Interaktionen zu tun haben. Es hat sich gezeigt, dass solche zufälligen Emotionen in unserem täglichen Umgang mit anderen häufig auftreten, obwohl wir uns dessen vielleicht gar nicht bewusst sind.

Ein Gefühl ständiger Bedrohung
Für die Studie wandte das Forschungsteam eine Methode an, bei der den Teilnehmer_innen gelegentlich ein unangenehmer elektrischer Schlag drohte; dadurch wurde ein Gefühl von ständiger Bedrohung und Angst ausgelöst. In diesem Zustand sollten die Proband_innen dann ein Spiel spielen, bei dem sie entscheiden sollten, wie viel Geld sie einem Fremden geben würden, wobei der Fremde die Möglichkeit hatte, Sachleistungen zurückzuzahlen oder das gesamte investierte Geld für sich zu behalten. Das Ergebnis: Die Teilnehmer_innen die Angst vor dem Elektroschock hatten, waren deutlich weniger bereit zu investieren als die aus der Kontrollgruppe, obwohl die Bedrohung gar nichts mit ihrer Vertrauens-Entscheidung zu tun hatte.

Blockierte Hirnverbindungen
Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) zeichnete das Team auch die Gehirnreaktionen der Teilnehmer_innen während des Spiels auf. Dabei zeigte sich, dass der sogenannte temporoparietale Übergang (TPJ), also die Hirn-Region, die dafür zuständig ist, sich in andere hineinversetzen zu können, in ihrer Funktion unterdrückt wurde, wenn sich die Teilnehmenden bedroht fühlten. Auch andere Verbindungen zwischen dem TPJ und anderen wichtigen Hirnregionen, die für unser soziales Verhalten zuständig sind, wurden durch die Angstgefühle beeinträchtigt.

Gefühle können politische Entscheidungen verzerren
"Diese Ergebnisse zeigen, dass negative Emotionen unsere sozialen Interaktionen erheblich beeinflussen können, und insbesondere, wie sehr wir anderen vertrauen", erklären die Autoren Jan Engelmann und Christian Ruff. Und sie machten auch deutlich, dass Angst oder andere nagative Gefühle die Verbindungen im Gehirn blockieren, die uns helfen, andere zu verstehen und ihr Verhalten einschätzen zu können. "Angesichts der jüngsten politischen Ereignisse im Vereinigten Königreich und der bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament enthalten die Ergebnisse auch eine Warnung: Negative Emotionen, auch wenn sie zufällig sind, können die Art und Weise, wie wir wichtige soziale Entscheidungen treffen, einschließlich Abstimmungen, verzerren."

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 19. März 2019
 
 

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