Mehrweg statt Plastikwahn!

Jährlich werden 1,3 Milliarden Liter Mineralwasser in Einwegflaschen nach Deutschland importiert. Die Deutsche Umwelthilfe fordert Konsequenzen gegen den Plastikflaschenirrsinn.

Deutschland hat ein einzigartiges Mehrwegsystem!

Es ist schon eine verrückte Welt. Wir haben nicht nur hervorragendes Leitungswasser, sondern auch etliche Mineralbrunnen in Deutschland, die ihr Wasser in Mehrwegflaschen abfüllen. Aber im Supermarkt greifen wir dann zu französischem oder italienischem Quellwasser, das über weite Distanzen in Plastikflaschen in unsere Supermärkte gelangt. Die Deutsche Umwelthilfe rechnet vor, dass 2017 rund 1,3 Milliarden Liter Mineralwasser in Einwegflaschen nach Deutschland importiert wurden, allein 800 Millionen Plastikflaschen wurden aus Frankreich, Italien und anderen Ländern nach Deutschland transportiert. Unser Durst nach Nachbars Wasser soll sogar im französischen Dorf Vittel dazu geführt haben, dass der Grundwasserspiegel seit 1990 jährlich um 30 Zentimeter sinkt und das Dorf nun vom Nachbardorf versorgt werden muss.

Völlig unnötige Plastikflut
Vor allem Großkonzerne wie Nestlé (Vittel) und Danone (Volvic, Evian) sind dafür verantwortlich, dass der deutsche Markt mit Einweg-Plastikflaschen geflutet wird, wie die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz kritisiert. Dabei sei der Import von französischem Mineralwasser völlig unnötig: "Deutschland hat ein weltweit einmaliges Mehrwegsystem mit besonders vielen regionalen Mineralbrunnen und tausenden grünen Arbeitsplätzen in der Region. Auch unser Leitungswasser hat eine besonders gute Qualität und ist eine Alternative zum Plastikflaschenirrsinn."

Sie fordert von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, sich für die gesetzlich vorgeschriebene Mehrwegquote von 70% auch konsequent einzusetzen. Sie liegt derzeit lediglich bei 43 Prozent. Eine Abgabe von 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen sei hierfür ein wichtiger erster Schritt. Die Umweltbelastung von Einweg-Plastikflaschen müsse sich im Preis widerspiegeln.

Leitungswasser: Billig, praktisch, gut
Wir als Verbraucher_innen haben hier aber endlich mal die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen, ohne dass wir dafür tief in die Tasche greifen müssen. Denn ein Glas Leitungswasser schmeckt hervorragend, kostet so gut wie nichts und verursacht keinen Plastikmüll. Wir müssen es auch nicht in die Wohnung schleppen und auch keine leeren Flaschen entsorgen. Und wenn es unterwegs mal ein Wasser-to-Go sein muss, dann tut es auch eine wiederverwendbare Trinkflasche oder ein Mineralwasser aus der Mehrweg-Flasche. Macht dem Plastikflaschenwahnsinn ein Ende!

Quelle:

Was denkst du darüber?
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung DUH - Stand: 21. September 2018
 
 

Anzeige

 
 
  • FutureBrain
    Der Schreibwettbewerb im Wissenschaftsjahr 2019 - Künstliche Intelligenz
 

Musik-Kritiken

 
Ausgepackt
 

Werben auf LizzyNet

Blaue Computermaus
 

Soziale Netzwerke