Mehrheit für Limo-Steuer

foodwatch-Umfrage ergab, dass 52 Prozent für eine Abgabe auf überzuckerte Getränke stimmen

Deutschland hat, wie so viele andere Industriestaaten auch, ein Problem mit Übergewicht: Laut Robert-Koch-Institut gelten 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen als übergewichtig oder adipös. im Vergleich zu den 1980er- und 1990er-Jahren ist die Zahl um 50 Prozent gestiegen, der Anteil adipöser Kinder hat sich sogar verdoppelt. Bei Erwachsenen gelten 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen als übergewichtig sowie 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen als adipös. Besorgniserregend sind auch die Zahlen der Diabetes-Erkrankungen: In Deutschland leben derzeit 6,7 Millionen Menschen mit Diabetes - eine Steigerung um etwa 38 Prozent seit Beginn des Jahrtausends, altersbereinigt um etwa 24 Prozent.

Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation als eine „Hauptursache“ für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes. Zahlreiche Regierungen wie zum Beispiel in Großbritannien, Frankreich, Irland, Berkeley (USA) oder Mexiko haben bereits eine Sondersteuer oder -abgabe auf überzuckerte Getränke beschlossen. In Großbritannien führte dies dazu, dass führende Hersteller schon vor Inkrafttreten den Zuckergehalt ihrer Produkte deutlich senkten. In Berkeley oder auch Mexiko ging der Konsum der besteuerten Produkte zurück, der Konsum von Wasser nahm hingegen zu.

Auch in Deutschland ist eine Mehrheit der Menschen dafür, eine Steuer auf solche Getränke zu erheben. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch ergab, sprechen sich 52 Prozent für eine „Limo-Steuer“ aus. Im Jahr 2016 lag die Zustimmung noch bei lediglich 45 Prozent. foodwatch forderte jetzt die Bundesregierung auf, eine Limo-Steuer nach dem Vorbild Großbritanniens einzuführen und im Gegenzug die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse zu streichen. Zuletzt hatten Anfang Mai mehr als 2.000 Ärzt_innen und ein Bündnis aus Fachgesellschaften und Krankenkassen von der Bundesregierung verbindliche Maßnahmen gegen Fehlernäherung eingefordert, darunter eine Steuer auf gesüßte Getränke sowie eine Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben und Einschränkungen bei an Kinder gerichteter Werbung.

Seit dem 6. April müssen Getränkehersteller in Großbritannien eine Abgabe bezahlen, wenn ihre Limonaden besonders viel Zucker enthalten. Schon vor Inkrafttreten der Steuer zeigte sie Wirkung: Die führenden Getränkeunternehmen Coca-Cola, Britvic, Lucozade Ribena Suntory, die Handelskonzerne Tesco und Lidl, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sowie mehrere kleinere Getränkehersteller haben seit Ankündigung der Herstellerabgabe vor zwei Jahren den Zuckergehalt etlicher Produkte deutlich gesenkt. Allerdings hätten viele von ihnen den Zucker in ihren Getränken durch Süßstoffe ersetzt, kritisierte foodwatch. Rezepturänderungen sollten aber darauf abzielen, nicht nur den Gehalt von Zucker, sondern den Süßgeschmack insgesamt zu verringern, um Kinder und Jugendliche erst gar nicht an den süßen Geschmack zu gewöhnen. Daher sollte die Herstellerabgabe in Deutschland – genauso wie in Frankreich – auch süßstoffgesüßte Getränke mit einbeziehen.

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