Kopfloser Konsumhunger

Studie: Vor allem weltweiter Handel zerstört die Artenvielfalt

Seit es den Menschen gibt, haben andere Spezies auf dieser Erde immer weniger zu lachen, denn der Mensch jagt sie, isst sie auf, rodet sie und trägt damit maßgeblich zum Verschwinden der Artenvielfalt bei. Bis vor einigen Jahrzehnten bewegte sich dieser Prozess noch in einem einigermaßen erträglichen Rahmen, denn die Natur konnte sich von den Raubzügen durch den Menschen immer noch recht passabel erholen. Mit der rasanten Zunahme des weltweiten Handels sterben jedoch immer mehr Arten gänzlich aus. Dass dies kein Thema ist, das weit weg von uns in irgendwelchen Urwäldern geschieht und nichts mit uns zu tun hat, belegt nun eine Studie internationaler WissenschaftlerInnen, die die Handelswege von mehr als 15.000 Konsumgütern in 187 Ländern verfolgt haben. Welche ökologischen Folgen die Herstellung unserer täglich verbrauchten Dinge hat, verglichen sie mit 25.000 Einträgen in der Roten Liste der bedrohten Tierarten der International Union for Conservation of Nature (IUCN).

Sie stellen ganz klar fest: Die Weltzerstörer sind wir, die wir mit unserem ungebändigten Konsumhunger internationalen Importfirmen die Lizenz zum Plündern erteilen. Bereits dreißig Prozent der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten gehen auf das Konto des Welthandels - verursacht durch die KonsumentInnen in den USA (Platz 1), Japan (Platz 2) und: Deutschland (Platz 3!). Allein durch den deutschen Verbrauch von zum Beispiel Kaffee und Kakao gefährden wir schon 395 Arten weltweit, so die ForscherInnen. Besonders betroffen seien Exportländer wie Papua Neuguinea, Madagaskar und Indonesien, deren bisher noch sehr ausgeprägter Artenreichtum durch den Rohstoff-Anbau für unseren täglichen Schokoriegel drastisch zurück geht.

Was ich nicht weiß....
... macht mich nicht betroffen, will heißen: Während die Menschen in vorigen Jahrhunderten noch die negativen Auswirkungen ihres Handels für die Natur quasi vor der eigenen Haustür mitansehen konnten, bleiben die jetzigen Folgen eher abstrakt, denn für den Kakao, Tee, Fisch, Zucker oder die Baumwolle, die wir täglich konsumieren, sterben die Tiere und Wälder nicht in unserer Nachbarschaft, sondern am anderen Ende der Welt. Etwa 44 Prozent ihres "Biodiversitätsfußabdrucks" hinterlassen Deutsche und Amerikaner außerhalb ihrer eigenen Länder, so die ForscherInnen.

Daher plädieren die WissenschaftlerInnen um M. Lenzen im Fachmagazin "Nature" dafür, das Problem der schwindenen Artenvielfalt nicht nur den Produzenten in den Anbauländern in die Schuhe zu schieben, sondern es als globale Frage zu sehen, für die wir KonsumentInnen mindestens ebenso verantwortlich sind.

Helfen könnte da beispielsweise, unsere Konsumgüter mit einem Hinweis über die Herkunft zu versehen, oder statt dem Schokoriegel öfter mal eine Schachtel Erdbeeren aus der heimischen Region zu mampfen. Macht nicht nur ein gutes  Gewissen, sondern ist auch noch gesünder ;-).

Autorin / Autor: Redaktion
 
 
 

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