Zu wenig Obst, Gemüse, Samen, Nüsse
Statistische Auswertung von Ernährungsdaten: Kinder und Jugendliche weltweit essen zu wenig gesunde pflanzliche Lebensmittel
Bild: Alonso Nichols/Tufts University
Habt ihr als Kinder eher Toastbrot, Nudeln und Würstchen gegessen oder - wie es wünschenswert wäre - regelmäßig Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse?
In einer aktuellen weltweiten Auswertung von Ernährungsgewohnheiten von Kindern über einen Zeitraum von fast 30 Jahren haben Forscher:innen der Tufts University festgestellt, dass Kinder weltweit nach wie vor nur geringe Mengen dieser wichtigen Lebensmittel zu sich nehmen. Dabei sind die essentiellen Nährstoffe, die sich in diesen gesunden pflanzliche Lebensmitteln befinden, für Kinder besonders wichtig, denn sie fördern ein gesundes Wachstum, gutes Lernen und die langfristige Gesundheit.
„Wenn Kinder nicht genug von den richtigen Lebensmitteln zu sich nehmen, schadet das ihrem Körper und ihrem Geist und schränkt ihre Energie, ihren Stoffwechsel, ihre Lernfähigkeit und ihre Stimmung ein“, sagte der leitende Autor Dariush Mozaffarian, Kardiologe und Direktor des Food is Medicine Institute an der Gerald J. and Dorothy R. Friedman School of Nutrition Science and Policy der Tufts University. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Defizite zu identifizieren und Lösungen voranzutreiben, um den Verzehr von minimal verarbeiteten, gesunden pflanzlichen Lebensmitteln für Kinder weltweit zu fördern.“
Verzehr gesunder Lebensmittel stiegt mit zunehmenden Alter - außer in reichen Ländern
Bei ihren Untersuchungen haben die Forscher:innen festgestellt, dass der tägliche Verzehr gesunder pflanzlicher Lebensmittel mit zunehmenden Alter meist zunimmt- außer in Ländern mit hohem Einkommen.
In den USA etwa war zu beobachten, dass kleine Kinder den höchsten Anteil an gesunden Lebensmitteln weltweit bekommen, aber die Ernährung der Kinder bzw. Jugendlichen mit zunehmendem Alter immer ungesünder wird. Ein Muster, dass es in den meisten anderen Ländern nicht gab.
Die Forschenden sagen, dieser Rückgang deute darauf hin, dass amerikanische Familien zwar frühzeitig gesunde Ernährungsgewohnheiten etablieren, es jedoch eine Herausforderung bleibt, diese Gewohnheiten während der gesamten Kindheit und Jugend aufrechtzuerhalten. Dass der Anteil gesunder pflanzlicher Lebensmittel bei Jugendlichen in wohlhabenden Ländern eher abnimmt, könnte daran liegen, dass Jugendliche autonomer werden und eigene Ernährungsentscheidungen treffe, wobei sie von ihrem Ernährungsumfeld oder kulturellen Normen beeinflusst werden.
Insgesamt stellten die Forschenden aber fest, dass Kinder und Jugendliche weltweit relativ geringe Mengen an pflanzlichen Lebensmitteln zu sich nehmen, von 1,19 Portionen pro Tag bei Kindern unter einem Jahr bis zu 3,55 Portionen pro Tag bei 15- bis 19-Jährigen. Dabei gab es kaum Unterschiede nach Geschlecht.
Ihr seht, an der Ernährung gibt es noch einiges zu drehen. Eine überwiegend pflanzlich basierte Ernährung bietet die optimale Grundlage für eine gesunde Ernährung und ist noch dazu klimafreundlich.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung via eurektalert.org; Bild: Alonso Nichols/Tufts University