Kaugummis gegen Karies?

Eine Meta-Studie am King's College London hat Hinweise darauf gefunden, dass zuckerfreie Kaugummis das Fortschreiten von Karies verlangsame und auch vorbeugend wirken können.

Kaugummi kauen ist verpönt, vor allem im Unterricht oder der Vorlesung. Zugegeben, sieht das Geschmatze auch nicht immer schön aus und abgelutschte Kaugummis unter Schultischen oder der Schuhsohle sind wirklich nervig. Aber: Kaugummi kauen ist gut für die Zähne - zumindest wenn es zuckerfreie sind. Diese Behauptung kursiert schon länger und es gab auch schon diverse Studien, die dem Kaugummikauen allerlei positive oder negative Auswirkungen zugeschrieben haben: Kaugummi kauen baut Mittelohrentzündungen vor, baut Stress ab, hilft bei der Konzentration, kann aber im Gegenzug durch Überbelastung der Kiefergelenke Kopfschmerzen verursachen und ist als Appetitzügler nicht geeignet. Kaugummihersteller werben oft mit einem zahnreinigenden Effekt. Aber kann Kaugummi kauen wirklich das Zähne putzen ersetzen? Wie praktisch wäre das!

Forscher_innen des King's College London haben nun in einer Meta-Studie verschiedene Untersuchungen der letzten 50 Jahre zum Thema Kaugummikauen und Karies ausgewertet und siehe da: Die Zusammenfassung fand einige Belege dafür, dass der Konsum zuckerfreier Kaugummis das Fortschreiten von Karies verzögern kann und zur Vorbeugung eingesetzt werden kann. Als vorbeugende Methode diente Kaugummikauen mit anderen Präventionsmaßnahmen wie Bildungs- und Schulungsprogrammen. Den Kaugummikauer_innen wurde in der Auswertung ein um 28 verringertes Kariesrisiko zugesprochen.

Weil die Qualität und die Methoden der insgesamt 12 in die Metaanalyse einbezogenen Studien nicht über jeden Zweifel erhaben sind, wollen die Forscher_innen dem Thema künftig noch einmal genau auf den Grund gehen. Dabei könnte auch noch genauer erforscht werden, welche der verschiedenen Faktoren für den positiven Einfluss verantwortlich sind. Das könne sowohl der verstärkte Speichelfluss sein, der durch das Kauen angeregt wird, aber auch der mechanische Effekt, der schädliche Beläge durch das Reiben des Kaugummis an den Zähnen entfernt. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass manche Zuckeraustauschstoffe wie Xylit und Sorbitol eine antibakterielle Wirkung haben.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of Dental Research: Clinical & Translational Research veröffentlicht und - Achtung - unterstützt vom Mars Wrigley und dem Wrigley Oral Healthcare Program unterstützt ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 21. November 2019