Null Motivation = IQ von 70

Forschung: Intelligent ist, wer motiviert ist

„Ich bin nicht dumm, sondern nur unmotiviert“ – eine neue Studie gibt all denjenigen, die beim Intelligenztest schlecht abschneiden, eine neue „Ausrede“. Wer beim Intelligenztest versagt, muss tatsächlich nicht gleich an seinen geistigen Fähigkeiten zweifeln. Wie gut oder schlecht das Testergebnis ausfällt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab – und oft ist es einfach die mangelnde Motivation, die zu einem schlechten IQ-Wert führt. Das berichtet ein amerikanisches Forscherteam in der Fachzeitschrift "Proceedings von der National Academy of Sciences".

Eine Frage des Geldes?
Man müsse den TeilnehmerInnen nur einen gewissen Anreiz bieten, beim Test besonders gut abzuschneiden, sagen die ForscherInnen – und schon klappt’s mit dem IQ. So haben diejenigen, denen man Geld für eine gute Leistung versprochen hatte, deutlich bessere IQ-Werte erzielt als diejenigen, die leer ausgingen. Dies ist das Resultat zahlreicher Studien.

Genau diese Studien nahmen Angela Lee Duckworth und ihre Kollegen nochmals unter die Lupe. Sie analysierten die vorhandenen Daten von über 2000 Testpersonen darauf, wie sich bestimmte Anreize auf die ermittelten IQ-Werte auswirkten. Sie stellten fest, dass sich der IQ der TeilnehmerInnen durch finanzielle Motivation im Schnitt um 10 Punkte erhöhte. Je mehr Geld geboten wurde (von einem bis über zehn 10 US-Dollar), umso höher war auch der IQ der Testpersonen. Vor allem die Leistung von Personen mit einem anfangs geringen IQ verbesserte sich durch die „Belohnung“. 

„Biss“ zahlt sich aus
Anschließend untersuchte das amerikanische Forscherteam, inwiefern sich IQ und Motivation auf den Lebensweg und den beruflichen Erfolg auswirkten. Als Grundlage dazu diente ihnen eine Langzeitstudie, die 250 Jungen von ihrer Jugend bis ins frühe Erwachsenenalter begleitete. Im durchschnittlichen Alter von zwölf Jahren absolvierten die Jungen einen IQ-Test. Währenddessen zeichneten die WissenschaftlerInnen ihr Verhalten auf Video auf und registrierten Anzeichen von Ablenkung und hoher Motivation, etwa ob jemand ständig gähnte, den Kopf auf den Tisch legte, im Raum herumschaute oder eben konzentriert über den Aufgaben saß. Obwohl in dieser Studie kein Anreiz für ein gutes Abschneiden geboten wurde, bemühten sich manche Jungen deutlich mehr als andere. Auch hier wurde bei den Motivierteren ein höherer IQ gemessen als bei denjenigen, die wenig Ehrgeiz zeigten.

Für den schulischen und beruflichen Erfolg entscheidend sei eine Kombination von angeborener Intelligenz und individueller Motivation. Dies erkannten die ForscherInnen anhand von Computermodellen, die den Lebensverlauf der Jungen auswerteten.

Wer gut beim Intelligenztest abschneiden will, muss also nicht nur intelligent, sondern auch ehrgeizig und motiviert sein, sein Bestes zu geben.

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 27. April 2011
 
 
 

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