Informiert engagiert

Studie untersuchte, welche Nachrichtenmedien Jugendliche wählen und wie das ihr politisches Handeln beeinflusst

Wer heute nach aktuellen Nachrichten und Informationen sucht, hat durch die Medienvielfalt schier unendliche Möglichkeiten. Welche Nachrichtenmedien Jugendliche und junge Erwachsene aus dieser "Informationsflut" auswählen, kann nach neuesten Untersuchungen eines Soziologie-Doktoranden an der University of Arizona, beeinflussen, wie ihr politisches Engagement aussieht.

Studienautor Sam Scovill unterschied bei seiner Untersuchung, aus welcher Quelle Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren ihre Nachrichten beziehen, beziehungsweise welche sie aussuchen. Die erste Kategorie waren herkömmliche Medien wie Zeitungen (Print- und Online-Formate), die er "elitäre" Medien nannte, weil ein Verlag auswählt, welche Nachrichten in den Mainstream-Medien präsentiert werden. Die zweite Kategorie waren soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, die Scovill als sozial ausgewählte Nachrichten bezeichnet. Und die dritte Möglichkeit waren selbst ausgewählte Nachrichteninhalte und Informationen, nach denen die Jugendlichen aktiv und kritisch suchen und zwar aus reinen Online-Quellen wie YouTube oder Blogs, die sie auch zum Teil abonnieren.

Scovill untersuchte, wie sich die drei verschiedenen Methoden der Nachrichtenauswahl auf das politische Engagement junger Menschen in folgenden Kategorien auswirkten: Wahlen, politischer Aktivismus und politische Kampagnen.

Seine Auswertung aus einer repräsentativen Stichprobe von 2.920 Befragten ergab, dass Studienteilnehmer_innen ab 18 Jahren oder älter, die sogenannte Elite-Medien konsumierten, am ehesten sagten, sie hätten bei der letzten Wahl gewählt, während jene, die bewusst nach Informationen in ihren Medien suchten, am ehesten politisch aktiv waren oder an politischen Kampagnen teilnahmen.

Interessant war, dass Jugendliche, die nur passiv Nachrichten aus Social-Media-Kanälen bezogen, kaum politisches Interesse zeigten, obwohl viele von ihnen eine_n politische_n Kandidaten/in auf Facebook "likten".

Während der Nachrichtenkonsum unter jungen Menschen in der Studie insgesamt gering war, hatte die Art und Weise, wie sie ihre Nachrichten auswählten, offenbar einen Einfluss auf ihr politisches Engagement, insbesondere bei denjenigen, die ihre Nachrichtenmedien selbst auswählten. Diese Gruppe zeigte auch die größte Bereitschaft, ihre Zeit in Aktivismus- und Kampagnenaktivitäten zu stecken. So nahmen sie zum Beispiel eher an Kundgebungen und Protesten teil, spendeten Geld für eine Kampagne oder unterschrieben Online-Petitionen.

"Das übergreifende Muster war, dass Menschen mit einem selbstbestimmten Nachrichtenkonsum  sich auch auf aufwändigere Formen der Aktivität einlassen, anders als diejenigen, die Nachrichten über Social Media oder Elite-Nachrichtenmedien konsumieren, wo die Auswahl von anderen getroffen wird, die entscheiden, was auf Facebook gepostet oder was auf die Titelseite der New York Times kommt", sagte Scovill.

Scovill hatte seine Untersuchung bewusst auf junge Leute fokussiert, weil sie zum einen gerade erst beginnen, sich politisch zu beteiligen, und zum anderen, weil sie als Digital Natives mit viel mehr Möglichkeiten des Nachrichtenkonsums aufgewachsen sind, was auch zu einer Informationsüberflutung führen könne.

"Wie wir Nachrichten auswählen, ist viel komplizierter als je zuvor, und es könnte tatsächlich Auswirkungen darauf haben, wie die Menschen sich engagieren, also müssen wir kritisch darüber nachdenken, welche Auswirkungen diese Nachrichtenmedien auf die Entscheidungen der Menschen haben", so der Forscher. Scovill will das politische Engagement junger Leute weiter erforschen und herausfinden, wie es sich von dem der vergangenen Generationen unterscheidet. "Ich bin besonders an den Millennials und der Generation Z interessiert, weil sie so einen schlechten Ruf haben", sagte Scovill. "Viele Leute äußern sich sehr negativ über diese Generation und unterstellen ihr, dass sie unengagiert und desinteressiert sei. - Ja, die Wahlbeteiligng ist rückläufig, aber heute engagieren sich Leute anders. Junge Menschen nutzen andere Aktionsformen als ältere Generationen: sie unterschreiben Online-Petitionen oder starten Crowdfunding für Dinge, die ihnen wichtig sind."

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 17. August 2018
 
 

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