Keine Angst vor Hanna?!

Hurrikans mit weiblichen Namen werden unterschätzt

Bild: LizzyNet

Man kann es kaum glauben: Wirbelstürme mit weiblichen Namen fordern laut einer US-Studie mehr Todesopfer als „männliche“. Nicht etwa, weil sie tatsächlich gefährlicher sind, sondern weil Menschen einen Hurrikan, der Dolly, Fay oder Hanna heißt, als weniger bedrohlich einschätzen. Das schreiben Kiju Jung und sein Team von der University of Illinois im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science.

Wer „Cindy“ heißt, kann doch unmöglich mehrere tausend Menschen auf dem Gewissen haben - oder etwa doch?  Frauen sind eben weniger aggressiv als Männer, so das in diesem Falle verheerende Rollenklischee.

Die ForscherInnen haben die Sterberaten aufgrund von Hurrikans an der US-amerikanischen Küste zwischen 1950 und 2012 analysiert. Sie fanden heraus, dass bei zerstörerischen Stürmen umso mehr Menschen starben, je weiblicher der Name klang. Die Geschlechtervorurteile sind anscheinend so stark im Kopf verankert, dass die Menschen bei weiblich benannten Hurrikans weniger Schutzmaßnahmen ergreifen. Die Berechnungen ergaben sogar: Würde man ein und denselben Hurrikan von dem männlichen „Charley“ in „Eloise“ umbenennen, würde dies die Zahl der Todesopfer verdreifachen. Dabei hat die Namensgebung  in Wirklichkeit gar nichts mit der Schwere eines Sturms zu tun. Seit den 1970ern bekommen die Stürme abwechselnd weibliche und männliche Namen, von einer Liste, die bereits vor der Hurrikan-Saison festgelegt wird.

Um ihre Theorie zu untermauern, dass Menschen weiblich benannte Stürme sanftmütiger einschätzen, führten die ForscherInnen mehrere Tests durch. So legten sie den Teilnehmenden zehn zufällig ausgewählte Namen aus der Liste für die bevorstehende Hurrikan-Saison vor und ließen sie spontan tippen, wie stark diese wohl ausfallen werden. Und siehe da: Je femininer der Name, umso schwächer schätzten sowohl die weiblichen als auch die männlichen Testpersonen den Sturm ein.

Ähnliches zeigte sich, als die ForscherInnen zwei unterschiedlichen Teilnehmergruppen Wetterkarten vorlegten. Eine Gruppe bekam die Karte mit männlich benanntem Sturm, die andere die gleiche Abbildung mit einem Hurrikan mit weiblichem Namen. Danach befragt, welche Schutzmaßnahmen sie ergreifen würden, zeigte sich: Die Befragten würden sich später bei dem Hurrikan namens „Alexandra“ in Sicherheit bringen als bei „Alexander“.

Die Stereotype, die hier zum tragen kommen, seien subtil und nicht unbedingt feindselig, sagen die ForscherInnen. Durch weitere Befragungen fanden sie heraus, dass selbst diejenigen, die Rollenklischees grundsätzlich ablehnten, weiblich benannte Hurrikans harmloser einschätzten.

Das zeigt, dass auch unbewusst immer noch stereotype Vorstellungen von weiblicher Sanftheit und männlicher Aggressivität herrschen. Da die Vorurteile hier tödliche Auswirkungen haben, regen die WissenschaftlerInnen an, die Namensgebung von Hurrikans zu überdenken.

Heißen Hurrikans in Zukunft nur noch Hulk, Godzilla und Freddy? Bevor es so weit kommt, sollte man vielleicht doch etwas mehr Aufklärung betreiben - sowohl bezüglich Rollenklischees als auch der Einstellung gegenüber Hurrikans.

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Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 5. Juni 2014
 
 
 

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