Handy weg vom Kopf

Schweizer Studie: Handystrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen

Wer gern viel und lange mit dem Handy telefoniert, sollte sich wohl künftig daran gewöhnen, sein Mobiltefon eher ans linke als ans rechte Ohr zu halten oder gleich das Headset benutzen, denn wie eine Schweizer Studie jetzt herausfand, können die dabei entstehenden hochfrequenten elektromagnetischen Felder negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Gedächtnisleistung bestimmter Gehirnregionen haben.

Die vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) geleitete Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und der Gedächtnisleistung bei fast 700 Jugendlichen zwischen 12 bis 17 Jahren. In zwei Zeitspannen, die erste war von 2012–2014, die zweite von 2014–2016 wurden verschiedene Gedächtnis-Tests durchgeführt. Bei den Tests handelte es sich einmal um Textmemory-Aufgaben und einmal um ein Figuren- bzw. Formenmemory, um die verschiedenen Gedächtnisregionen gezielt ansprechen zu können. Zusätzlich füllten die Jugendlichen Fragebögen zur Mediennutzung aus.

Es ist nicht die erste Studie über gesundheitliche Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung, aber bisher gab es kaum eindeutige Ergebnisse. Bei der jetzigen Studie sind sich die Forscher_innen der Swiss TPH jedoch einig, dass die Anhäufung von hochfrequenter Strahlung im Gehirn die Entwicklung der sogenannten figuralen Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen kann. Das figurale Gedächtnis liegt hauptsächlich in der rechten Gehirnhälfte und hilft uns dabei, uns an Formen und Figuren zu erinnern. Die Jugendlichen, die ihr Handy meistens ans rechte Ohr hielten, schnitten bei den ihnen gestellten Figurentestaufgaben nämlich deutlich schlechter ab, als die 'Linkstelefonierer_innen'.

Simsen und Surfen weniger strahlungsintensiv
Anders als das Telefonieren verursacht das Senden von Textnachrichten, Spielen oder Surfen im Internet nur eine geringe Strahlenbelastung des Gehirns, folglich fanden die Wissenschaftler_innen bei den Tests keinen Zusammenhang mit der Entwicklung der Gedächtnisleistung. Martin Röösli, Leiter der Einheit Umwelt und Gesundheit am Swiss TPH betonte jedoch, dass weitere Forschung notwendig sei, um den Einfluss anderer Faktoren auszuschliessen. "Zum Beispiel könnten die Studienergebnisse durch die Pubertät beeinflusst worden sein, die sich sowohl auf die Mobiltelefonnutzung als auch auf das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden auswirkt."

Die Untersuchung der Hochfrequenzstrahlung auf das Gehirn ist ein relativ neues Forschungsgebiet. "Noch ist unklar, wie hochfrequente elektromagnetische Strahlung die Prozesse im Gehirn beeinflussen könnte oder wie relevant unsere Erkenntnisse langfristig sind", ergänzte Röösli. "Mögliche Risiken für das Gehirn können durch den Einsatz von Headsets oder Lautsprechern beim Telefonieren minimiert werden, insbesondere bei geringer Netzqualität und maximaler Leistung des Mobiltelefons."

Also: wenn ihr lange Gespräche mit wem auch immer führen möchtet: Headset an - oder einfach mal wieder "in echt" treffen ;-). Sicher ist sicher!

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 26. Juli 2018
 
 

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