Gleiche Nährstoffe, andere Wirkung

Studie: Der Körper reagiert unterschiedlich auf hochverarbeitete und wenig verarbeitete Mahlzeiten. Warum ist noch unklar.

Bild: Zach Hutelin/Virginia Tech

Der Verdacht, dass ultrahochverarbeitete Lebensmittel auch zum immer weiter verbreiteten Übergewicht beiträgt, besteht schon länger. Aber warum eigentlich genau? Essen wir mehr Pommes, Fertigpizza & Co, weil es uns süchtig macht und wir mehr davon essen, als wir wollen? Ist es das viele Salz, der höhere Fettgehalt, der zugesetzte Zucker? Um dieser Frage nachzugehen, haben Forschende der US-amerikanischen Virginia Tech in einer kleinen Studie untersucht, ob Testpersonen zwischen 18 und 45 Jahren unterschiedlich auf hochverarbeitete und naturbelassene Mahlzeiten reagieren, die genau die gleiche Nährstoffzusammensetzung haben - also den gleichen Anteil an Fett, Kohlehydraten, Salz und Proteinen.

Sie servierten den Teilnehmenden an zwei verschiedenen Tagen in zufälliger Reihenfolge mal eine 300 Kalorien-Mahlzeit mit Banane, Cranberrys, gekochten Eiern und Käse sowie eine Mahlzeit, die aus Truthahn-Aufschnitt, Weißbrot, Keksen, Instant-Kartoffelpüree, Erdnussbutter, Pommes und ein bisschen Wasser bestand.

Es wurde nach den Mahlzeiten genau erfasst, wie der Körper darauf reagiert: Wieviel Insulin wird produziert, wieviel Kalorien werden verbrannt?

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass gleiche Nährstoffe auch die gleiche Reaktion im Körper hervorrufen. Erstaunlicherweise war dem aber nicht so. Testpersonen zeigten nach dem Verzehr der hochverarbeiteten Lebensmittel eine höhere Insulinausschüttung und verbrauchten mehr Energie, während aber gleichzeitig weniger Kohlehydrate als "Brennstoff" verbrannt wurden.

Auch im Gehirn wurden unterschiedliche Reaktionen sichtbar. So reagierte die Region, die für Motivation und Belohnung zuständig ist, auf hochverarbeitete Nahrung intensiver. Und das obwohl die Testpersonen diese Art Nahrung selbst als weniger wertvoll betrachteten. Bei der weitgehend unverarbeiteten Mahlzeit blieb das Belohnungszentrum weitestgehend unbeeindruckt.

Die überraschenden Ergebnisse der Studie sollen nun in größerem Stil und über längere Zeiträume untersucht werden, denn es ist weiterhin unklar, was genau diese unterschiedlichen körperlichen Antworten auslöst. Sind es Zusatzstoffe, veränderte Sturkturen der Lebensmittel oder bestimmte Prozesse bei der Herstellung?

So oder so hat sich einmal mehr gezeigt, dass hochverarbeitete Lebensmittel negative Auswirkungen haben können. Wer sich gesund ernähren will, sollte also Fertiggerichte und Fast Food zur Ausnahme machen und öfter mal was Selbstgekochtes oder komplett Unverarbeitetes essen.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion; Bild: LizzyNet - Stand: 26. Oktobr 2026