#glaubnichtalles was du hörst!

Digitaler Aktionstag am 15. Mai gegen Verschwörungsmythen und Antisemitismus von der Amadeu Antonio Stiftung und dem Anne Frank Zentrum

Es ist nicht sichtbar. Seine Herkunft ist ungewiss. Seine Wirkung noch nicht ausreichend erforscht. Und es gibt kein Mittel dagegen. Das Corona Virus verunsichert und Unsicherheit ist ein Nährboden für Märchen und Mythen, Verschwörungstheorien und Falschmeldungen.

Die Amadeu Antonio Stiftung veranstaltet darum am 15. Mai 2020 zusammen mit dem Anne Frank Zentrum einen Digitalen Aktionstag gegen Verschwörungsmythen und Antisemitismus, um Tipps im Umgang mit Verschwörungsmythen zu geben und ihnen im Netz etwas entgegenzusetzen. Und um anzuregen, sich bei so manchen Meldungen zu fragen: Seriously? #glaubnichtalles was du hörst!

Denn gerade in Bezug auf das Virus wird deutlich, welche haarsträubenden Meldungen im Umlauf sind und welche Themen sie im Gepäck haben. Sie enstehen nicht nur aus Unwissenheit, sondern werden auch mit Kalkül eingesetzt, um andere Menschen zu diskreditieren und das Vertrauen in unseren Rechtsstaat zu torpedieren. So ist auch in der Corona-Krise wieder die angebliche "Lügenpresse" am Start, die jetzt nicht mehr Flüchtlinge "hofiert", sondern "Virolügnern" nach dem Maul redet, da sind wieder "die da oben", die uns unsere Freiheit nehmen wollen (mit Maskenpflicht und erfundenem Impfzwang), da sind wieder die anderen, die "Fremden", dieses Mal die Asiaten, die das Virus verbreitet haben, außerdem eine ominöse, vermutlich jüdische Elite, die wie immer im Verborgenden die Strippen zieht, Wissenschaftler_innen, die mit ihnen unter einer Decke stecken und Politiker_innen, die nur als Marionetten agieren können. Diese Themen kommen einem erschreckend bekannt vor, fast wortgleich erklang es in rechtsradikalen Medien zu Zeiten der Flüchtlingskrise.

Da nützt es auch nichts, dass manche Behauptungen so haarsträubend absurd und gleichzeitig erwiesenermaßen unmöglich sind. Da wird sogar gegen einen Impfzwang demonstriert, obwohl es noch nicht einmal einen Impfstoff gibt. Man fasst sich an den Kopf, muss aber wohl anerkennen, dass die Wahrheit hier offenbar gar nicht interessiert, weil es ganz andere Ziele gibt, die brandgefährlich für unsere Demokratie und ein friedliches Zusammenleben sind!

Der geplante Aktionstag gegen Verschwörungstheorien und Antisemitismus ist also mehr als nötig, nicht nur in Zeiten von Corona!

Ob in Live-Diskussionen, Webinaren oder mithilfe des Entschwörungsgenerators: Unter #glaubnichtalles werden die Initiatoren des Aktionstags nicht nur am 15. Mai, sondern auch in den kommenden Wochen über Verschwörungsmythen im Kontext der Corona-Pandemie und rechtsterroristischer Anschläge wie in Halle diskutieren und gemeinsam überlegen, was Solidarität gegen Antisemitismus und Rassismus in diesen Zeiten bedeuten kann.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 15. Mai 2020