Giftige Kassenbons?

BUND fordert Thermopapiere ohne Bisphenol

Alles ist vergiftet. Nicht nur die Nahrungsmittel mit Pestiziden, die Klamotten mit gesundheitsschädlichen Farbstoffen oder Plastik-Verpackungen mit schädlichen Weichmachern, nein, sogar die Kassenbons, die wir als Nachweise unserer Einkäufe in die Hand gedrückt bekommen sind für Hautkontakt nicht geeignet. Die auf so genanntem Thermopapier gedruckten Rechnungen enthalten nämlich nicht selten Bisphenol A (BPA) oder die chemisch verwandte Chemikalie Bisphenol S (BPS), Substanzen, die hormonähnlich wirken und eine Reihe von schweren Krankheiten fördern können.

Die Umweltschutzorganisation BUND ließ 2016 19 Kassenbon-Stichproben testen. 14 davon enthielten den problematischen Stoff. Die höchsten BPA-Werte wurden bei Kassenbons von Shell- und Aral-Tankstellen, der Drogeriekette Rossmann und bei Eintrittskarten der Kinogruppe Cinestar gemessen.

Laut europäischer Lebensmittelbehörde (EFSA) ist Thermopapier nach Lebensmitteln die zweitwichtigste BPA-Belastungsquelle für den Menschen. BPA gelangt bei Hautkontakt in den Körper und gilt als Mitauslöser für hormonell bedingte Erkrankungen wie Hoden-, Prostata- oder Brustkrebs, für Diabetes Typ 2, Übergewicht, Immunschwächen und Lebensmittelallergien.

Negative Auswirkungen könnten hormonelle Schadstoffe bereits in sehr geringen Konzentrationen haben. Vor allem Schwangere, die an ihren Arbeitsplätzen mit Kassenbons und anderen Bisphenol-belasteten Schriftstücken in Berührung kommen, werden inakzeptablen Risiken ausgesetzt – denn Ungeborene und Kleinkinder sind von BPA besonders gefährdet.

BUND fordert Verbot von Bisphenol in Thermopapieren
Die Verbreitung der hormonellen Schadstoffe ist bereits jetzt enorm: Bei über 90 Prozent der Einwohner_innen von Industriestaaten ist Bisphenol A im Blut und im Urin nachweisbar. Der Politik ist das Problem bekannt. Bereits 2015 hatte der Risikoausschuss der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) wegen nicht beherrschbarer Gesundheitsrisiken ein Verbot von BPA in Thermopapier empfohlen. Passiert ist jedoch bislang nichts. 

Der BUND fordert darum: Die Hersteller von Thermopapieren sollten Bisphenol-haltige Produkte zurückrufen und vorhandene gesundheitlich unbedenkliche Alternativen sofort einsetzen. Ein Verbot der Schadstoffe auf EU-Ebene ist überfällig, darf jedoch nicht nur BPA betreffen. Es muss auch chemisch verwandte Bisphenole wie BPS umfassen.

Bis dahin solltet ihr den Kontakt mit solchen Thermopapieren möglichst vermeiden, also nicht shoppen gehen oder den Kassenbon verweigern ;-).

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion / BUND Pressemitteilung - Stand: 1. Juni 2016
 
 

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