Geschichten oder Fakten? Oder beides?

Wann es sinnvoll ist, Informationen mit Erzählungen zu unterlegen - und wann nicht

Egal ob über Kimawandel, Rassismus oder andere Themen: Wenn wir mit anderen diskutieren, die eine andere Meinung haben als wir selbst, gehts oft hoch her. Es wird argumentiert mit Zahlen, Studienergebnissen und Umfragewerten, und es werden natürlich auch Erzählungen eingeflochten, um die eigene Meinung zu untermauern. Aber was ist eigentlich die bessere Methode, um das Gegenüber zu überzeugen? Das fragten sich Sozialpsycholog_innen der Northwestern University in den USA und kamen zu dem Schluss, dass es an der Art der Fakten liegt. Gibt es aussagekräftige Fakten, kann eine Geschichte eher schaden, ist die Faktenlage dagegen eher dünn, helfen Erzählungen.

Das Experiment
Um dieses Zusammenspiel zwischen Informationen, Geschichten und Überzeugungskraft zu testen, ließen die Forscher_innen Krause und Rucker 397 US-Erwachsene Fakten über eine fiktive Smartphone-Marke bewerten. Die eine Hälfte der Leute bekam nur Infos, während die andere Hälfte eine Geschichte über das Telefon las, in die die Fakten eingebettet waren. Gleichzeitig unterteilten sie die Infos in starke ("Das Telefon übersteht einen Sturz von bis zu 30 Fuß") und schwache Fakten ("Das Telefon übersteht einen Sturz von bis zu 3 Fuß").

Schwache Fakten brauchen eher eine Erzählung
Das Ergebnis: Waren die Fakten eher mager, führte eine Geschichte mit den darin eingebetteten Infos zu mehr Überzeugungskraft als die Fakten allein. Waren aber die Informationen reichhaltig, kehrte sich der Effekt um, und die Fakten erzeugten ohne Geschichte mehr Wirkung. Nach Meinung der Forscher_innen deutet dieses Ergebnis darauf hin, dass Geschichten die Menschen nicht nur von schwachen Informationen ablenken, sondern auch die allgemeine Informationsaufnahme einschränken. Das erklärt die Macht von Geschichten, andere zu überzeugen, wenn die Faktenlage eher schwach ist.

Geschichten liefern einen emotionalen Hintergrund
Erzählungen helfen dabei, eine emotionale Verbindung zu einem Thema aufzubauen, das zeigen auch frühere psychologische Untersuchungen. Warum das so ist, wurde jedoch nie genügend erforscht. Geschichten können uns auf gute Aspekte einer Botschaft fokussieren und von den negativen ablenken. Es könnte aber auch sein, dass Geschichten uns davon ablenken, detaillierte Informationen zu verarbeiten. Diese Unterscheidung ist laut den Forschenden wichtig, um eine Ausage darüber zu treffen, wann Geschichten mehr oder weniger überzeugend sind. Dabei könnte die vorliegende Studie helfen.

Wachsam sein
"Zu wissen, dass Geschichten den überzeugendsten Nutzen für diejenigen mit den wenig überzeugenden Argumenten bringen können, könnte wichtig sein, wenn man sich Sorgen um FakeNews macht", erklärt Krause. "Aber das bedeutet nicht automatisch, dass eine Geschichte darauf hinweist, dass es sich um schwache Fakten handelt." Es sei viel eher so, dass man die Fakten hinter einer Geschichte besonders genau beleuchten sollte, je stärker sie einen beeindruckt.

Gerade in der heutigen Zeit der unzähligen Filterblasen, dürfte das ein sehr guter Rat sein!

Die Forschung erscheint im Bulletin Personality and Social Psychology, einer Publikation der Society for Personality and Social Psychology.

Quelle:

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