Genossenschaften: Gemeinsam sind wir stark

fruehlingsduft schwärmt über das alternative Unternehmensmodell, das den Menschen und nicht das Geld in den Vordergrund stellt

Am 7. Juli 2012 war der Tag der Genossenschaften im Jahr der Genossenschaften. Zugegeben, das klingt erst mal langweilig. Doch hinter trockenen Wirtschaftstheorien und verstaubten Paragraphen verbirgt sich direkte Demokratie unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“. Zum allerersten Mal lenken die Vereinten Nationen die Aufmerksamkeit der Welt auf dieses alternative Unternehmensmodell - eine enorme Anerkennung der Rolle, die Genossenschaften spielen, wenn es um eine gerechtere Verteilung materieller und intellektueller Werte zwischen freien Menschen geht.

Aber was ist eigentlich das Besondere daran?
Zusammenzuarbeiten, um sich selbst zu helfen, statt auf den Staat zu warten, und so etwas zu erreichen, was für den Einzelnen unmöglich wäre, das ist seit 150 Jahren die Grundidee jeder Genossenschaft. Dazu gehören mindestens drei Mitglieder, die sich finanziell mit Geschäftsanteilen und an praktischen Entscheidungen mit ihrer Stimme beteiligen. Denn Genossenschaften sind demokratisch und selbstbestimmt: Statt für anonyme Investoren zu arbeiten, sind die Genossen direkt an den Entscheidungen beteiligt und müssen mit den Folgen leben. Dabei hat jeder – unabhängig von der Anzahl an Geschäftsanteilen – eine Stimme.

Prinzipien
Weltweit haben Genossenschaften ungefähr 800 Millionen Mitglieder und über 100 Millionen Jobs geschaffen – das ist mehr als alle multinationalen Konzerne zusammen. Allein in Deutschland gibt es um die 7600 dieser Unternehmen mit rund 800.000 Beschäftigten. Genossenschaften finden sich in allen möglichen Bereichen. Egal ob Spar-, Kredit-, Konsum-, Energie-, Produktions- oder Wohngenossenschaft, die Prinzipien sind überall dieselben:

  • Jeder, der die damit verbundenen Rechte und Pflichten akzeptiert und sich für das gemeinsame Ziel einsetzt, darf Mitglied werden
  • Genossenschaften sind demokratisch bestimmt und ausgerichtet, jedes Mitglied hat nur eine Stimme
  • Die Mitglieder beteiligen sich finanziell mit Anteilen, auch das Kapital wird demokratisch kontrolliert. Dabei verbleibt ein Teil der Rücklagen in der Genossenschaftskasse
  • Genossenschaften sind unabhängige Selbsthilfegruppen, sie werden von den Mitgliedern kontrolliert
  • Information, Aus- und Fortbildung für die Mitglieder ist ein wichtiger Bestandteil: Nur wer informiert ist, kann die richtigen Entscheidungen treffen
  • Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften auf lokaler bis internationaler Ebene (z.B. Fairtrade): je mehr Vernetzung, desto mehr kann man erreichen
  • Die Vorsorge für die Gemeinschaft beinhaltet auch politischen Einsatz für diese nachhaltige Entwicklung, z.B. Schulbau, bessere Wasserversorgung oder Mitgliederbeschlüsse zu sozialen Zielen

Genossenschaften – eine wirksame Alternative?

Dass Geld nicht glücklich macht wissen wir mittlerweile alle. Wieso soll es dann immer nur um Profit gehen? Für die meisten Menschen dreht sich ein gutes Leben nicht bloß um wirtschaftliches Wachstum, viel wichtiger sind beispielsweise Gesundheit, Ausbildung bzw. Beschäftigung und eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Gerade jetzt verdeutlichen die verschiedenen Krisen einmal mehr die Notwendigkeit umzudenken, nach Alternativen zu suchen. Möglicherweise wären Genossenschaften ein wirksamer Gegenentwurf zu ausschließlich auf Gewinn ausgerichteten Aktiengesellschaften. Denn anders als diese stehen Genossenschaften für Hilfe durch Selbsthilfe, nachhaltiges Wirtschaften und sozial verantwortliches Handeln.

Auch in der Entwicklungshilfe sind Genossenschaften eine wirksame Maßnahme den Menschen zu helfen, weil es eben um die Hilfe zur Selbsthilfe geht. Sie können ohne den Staat oder unbekannte Investoren gemeinsam selbst eine wirtschaftliche Existenzgrundlage schaffen und dabei wirklich mitbestimmen. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze und Einkommen, möglicherweise ein eigener Wirtschaftskreislauf, was wiederum positiv auf die Region und Gesellschaft wirkt und nebenbei der Armut insgesamt entgegenwirkt.

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Autorin / Autor: fruehlingsduft - Stand: 11. Juli 2012
 
 
 

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