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Studie: Die Dauer des Blickkontakts ist eine Frage der Gene

Ein Blick verrät manchmal mehr als tausend Worte, heißt es. An dem Gesichtsausdruck unseres Gegenübers können wir ablesen, wie er/sie sich fühlt. Doch nicht jeder möchte andere anstarren. Manche schauen ihren Mitmenschen tief in die Augen, andere wiederum sind zurückhaltender und suchen nur flüchtigen Blickkontakt. Autisten vermeiden häufig sogar ganz den Blickkontakt und ihnen fällt es schwer, die Gefühle anderer zu deuten.

Wie lange wir anderen Personen in die Augen sehen, ist auch genetisch bedingt, schreiben jetzt britische Forscher im Fachjournal „Molecular Autism“. In einer aktuellen Studie haben Bhismadev Chakrabarti von der University of Reading  und Simon Baron-Cohen von der University of Cambridge erstmals ein Gen identifiziert, das beeinflusst, wie intensiv wir in Gesichter blicken.

Zunächst ermittelten die Forscher mithilfe eines DNA-Tests, welche Genvarianten im Erbgut der 28 Testpersonen vorhanden waren. Anschließend setzten sie die Freiwilligen vor einen Bildschirm. Sie spielten Videoclips ab, auf denen Menschen zu sehen waren, die unterschiedliche Emotionen zeigten. Mithilfe eines Gaze Trackers konnte das Forscherteam ermitteln, wie lange die Testpersonen den Personen im Video ins Gesicht sahen. Dabei stellten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen den vier unterschiedlichen Varianten des Gens CNR1 und dem Blickkontakt fest. Die Träger zweier Genvarianten blickten den fröhlichen Gesichtern deutlich länger ins Gesicht als die Träger der beiden anderen Formen des CNR1-Gens. Auf das Betrachten von Gesichtern, die Abscheu ausdrückten, hatten die untersuchten Gene allerdings keinen Einfluss.

Die Studie bestätigt damit die Ergebnisse früherer Untersuchungen, in denen die Forscher entdeckten, dass dieselben Genvarianten auch die Aktivität einer Gehirnregion beeinflussen, die unsere durch visuelle Eindrücke hervorgerufenen Emotionen steuert. Die Resultate könnten dabei helfen, die Kontaktscheu von Autisten zu erklären und entsprechende Therapieansätze zu entwickeln, so die britischen Wissenschaftler.

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung, - Stand: 29. Juni 2011
 
 
 

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