Geliebt aber unbekannt: Die Natur

Uni Marburg stellt schwindende Naturkenntnisse von Kindern und Jugendlichen fest

Wisst ihr, wie Hummeln den Winter überstehen? Wo man sonst, außer natürlich im Supermarkt, Nüsse finden kann? Kennt ihr die Familienverhältnisse des Hirschwilds? Wenn ihr bei all diesen Themen nur Fragezeichen in die Luft malt, dann steht ihr nicht alleine da, denn wie die Studie "Jugendreport Natur" der Universität Marburg ergeben hat, entfremden sich Kinder und Jugendliche immer mehr von der Natur. Dass zum Beispiel das Reh nicht die Frau des Hirsches, sondern mit diesem nur entfernt verwandt ist, wissen heute nur noch wenige Kinder. Gefragt nach der Bezeichnung für das Hirschjunge nennen gerade einmal sechs Prozent das Kalb. Ein Drittel der befragten Jugendlichen kapitulierte vor der Frage, der Rest lässt seine Phantasie spielen und nennt Namen wie Hirschling oder Kids.

Die Studie nimmt das heutige Verhältnis der jungen Generation zur Natur unter die Lupe. Dafür wurden 3.000 SchülerInnen im Alter zwischen elf und 15 Jahren befragt. Dabei zeigte sich, dass auch die Kenntnisse über die Pflanzenwelt eher spärlich ausgeprägt sind. Nur noch 19 Prozent der Kinder sind laut Studie überhaupt an Blumen und Pflanzen interessiert, so die Landwirtschaftskammer. Dass Hagebutten die Früchte der Rosen sind, weiß nur noch jedes zehnte Kind. Und gerade einmal die Hälfte aller Befragten kann angeben, dass Walnüsse an Bäumen wachsen.

Die Untersuchungen ergaben, dass sich Kinder und Jugendliche immer schneller und drastischer von der Natur entfremden. Die Studie nennt dafür eine Reihe von Gründen. So seien heutige Lernmethoden und Lerninhalte, aber auch die Freizeitgestaltung überfrachtet mit modernen Medien. Es fehlten sowohl Freiräume für das hautnahe Erleben von Natur als auch Eltern, die selber positive Naturerfahrungen vermitteln könnten.

Aber die Studie gibt auch Anlass zu Hoffnung: Die Natur lockt noch immer, so heißt es dort. Immerhin verbringen 47 Prozent der Kinder und Jugendlichen nach eigenen Angaben ihre Freizeit am liebsten im Garten und 74 Prozent würden gern unbekannte Natur entdecken. "Ein Potenzial, welches PädagogInnen und Eltern nutzen sollten", raten die Studienautoren.

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 18. Oktober 2011
 
 
 

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