Geballte Faust fürs Wörterlernen

Studie: Gehirnhälften lassen sich gezielt durch Bewegung aktivieren

Geballte Faust beim Vokabellernen? Das muss nicht unbedingt der Ausdruck von kaum zu unterdrückender Wut auf den Lehrer sein, der die Vokabelpaukerei verordnet hat. Nein, es kann auch einfach ein kleiner Trick sein, wie die Vokabeln besser im Kopf bleiben. Das behaupten zumindest australische ForscherInnen, die diesen Effekt in einem verblüffend simplen Experiment beobachtet haben.

Sie ließen 51 rechtshändige Testpersonen Wörter auswendig lernen und wieder abrufen. Die Testpersonen lernten unter verschiedenen Bedingungen: So sollten sie teilweise beim Lernen die rechte und beim Abruf der Vokabeln die linke Hand zur Faust ballen. Bei anderen Gruppen war es genau umgekehrt oder aber sie sollten gar nichts mit ihren Händen machen.

Aus der sogenannten Hemisphärenforschung weiß man, dass die linke Gehirnhälfte mit der rechten Körperseite zusammenhängt und die rechte Gehirnhälfte mit der linken Körperseite.
Die linke Gehirnhälfte ist bei den meisten Menschen für rationales Denken, logische Zusammenhänge und sprachliche Informationen zuständig. Die rechte Gehirnhälfte hingegen ist der Sitz der Emotionen und der bildlichen Verarbeitung, spielt aber auch eine tragende Rolle beim Erinnern. Die Forscher versuchten nun also durch den einfachen Vorgang des Faustballens eine Aktivierung der jeweilig entscheidenden Hemisphäre zu erreichen: Beim Einprägen der Vokabeln die linke Gehirnhälfte (rechte Faust ballen), beim Abfragen der Vokabeln die rechte Gehirnhälfte (linke Faust ballen).

Und tatsächlich: Testpersonen, die kurz vor dem Erlernen rechts geballt, kurz vor dem Abfragen Abfragen links geballt hatten, schnitten deutlich besser ab als alle anderen Probandinnen, die die Fäuste gar nicht oder genau in anderer Reihenfolge angespannt hatten.

Ob das Ballen der Faust die jeweils gegenüberliegende Gehirnhälfte tatsächlich nachweisbar aktiviert, wurde in dieser Studie nicht gemessen. Andere Studien legen das aber nahe und die Ergebnisse sprechen ebenfalls dafür. Natürlich kann das auch alles Zufall sein, aber im Zweifesfall kann ein enstprechendes Faustmachen bestimmt nicht schaden. Im besten Fall fliegen euch die Vokabeln dann nur so zu, im schlechtesten Fall kriegt ihr davon muskulösere Arme ;-).

Die Ergebnisse sind im Fachmagazin PloS ONE erschienen.

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Autorin / Autor: Redaktion / PLos ONE - Stand: 29. April 2013