Klischees über Frauen

... und was davon übrig bleibt, wenn man sich mal genauer informiert

1) Frauen können nicht Auto fahren.
Aus den Daten des Statistischen Bundesamtes über das Fehlverhalten von Männern und Frauen beim Autofahren ging im Jahr 2010 hervor, dass die häufigsten Fehlverhalten und Verstoße beim Autofahren auf die Kappe der Männer gehen. Nur 16,2 Prozent aller verhängten Fahrverbote gehen durchschnittlich auf Frauen zurück.
Der Anteil der Frauen unter allen Autofahrern insgesamt, die ohne Führerschein erwischt wurden, beträgt damit auch nur 6,3 Prozent und unter die Rubrik „Geschwindigkeitssünder“ fallen nur 21,2 Prozent aller Autofahrerinnen. Der Satz „Frau am Steuer, Ungeheuer“ ist also nicht bloß anmaßend, sondern noch dazu völlig falsch.

2) Frauen sind in mathematischen und technischen Berufen schlechter als Männer.
Zu dieser Aussage lässt sich mit Sicherheit keine genaue Statistik finden, da die Eignung bei Männern sowie Frauen im Hinblick auf technische und mathematische Berufe immer stark variieren kann. Trotzdem fällt immer noch auf, dass Frauen in MINT-Berufen lediglich eine Minderheit darstellen.
Eine Statista-Studie aus dem Jahre 2013 veröffentlichte den Anteil der Frauen in verschiedenen Berufsgruppen. Demnach ist der Anteil der Frauen in den folgenden Berufsgruppen am größten:

1) Medizinische Gesundheitsberufe 83,3 %
2) Gesundheit / Körperpflege- und Wellnessberufe 82,2 %
3) Reinigungsberufe 77,5%
4) Berufe in Recht und Verwaltung 75,2 %
5) Verkaufsberufe 73,6 %

Der erste MINT-Beruf (auf Platz 8) mit dem größten Frauenanteil in der aufgeführten Liste ist unter der Rubrik „Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen & Steuerberatung“ zu finden, bei dem die Frauen 60,4 % des Gesamtanteils der Beschäftigten ausmachen.
Verglichen mit den Studienergebnissen der letzten Jahre fällt jedoch auf, dass immer mehr Frauen in technischen Berufen die Nase vorn haben.

3) Frauen sind schwächer als Männer.
Allgemein ist festzustellen, dass diese Aussage einen Funken Wahrheit beinhaltet. Dies hängt damit zusammen, dass Männer von Natur aus anatomisch betrachtet zu größeren körperlichen Leistungen fähig sind. Angeblich verfügen die Frauen nur zu 2/3 über die Leistungsfähigkeit der Männer.
Dies lässt sich vor allem durch folgende körperliche Differenzen begründen: Ein größeres Herz, mehr Knochen- und Muskelmasse sowie ein höheres Lungenvolumen. Letzteres ist auch für die bessere Sauerstoffversorgung verantwortlich und ermöglicht es den Männern im Durchschnitt, physisch höhere Leistungen zu erzielen. Trotzdem handelt es sich bei dieser Feststellung nur um einen Durchschnittswert und es gibt genügend Leistungssportlerinnen, die uns eines Besseren belehren.

4) Frauen haben die besseren Schulabschlüsse.
Der Mythos, dass Mädchen in der Schule im Vergleich zu Jungs die Nase vorn haben, bewahrheitet sich: Wie eine Studie des DGB aus dem Jahre 2010 zeigt, erwerben junge Frauen öfter einen guten Abschluss als junge Männer. So verfügen 45% der jungen Frauen über ein Abitur, wohingegen nur 40% der jungen Männer die allgemeine Hochschulreife erlangen.

5) Frauen verdienen weniger.
Frauen haben die besseren Schulabschlüsse - dieses Klischee bewahrheitet sich. Dennoch heißt dies nicht automatisch, dass Frauen auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Im Gegenteil: Bereits seit den 1970er-Jahren sind die Gehaltsdifferenzen von Männern und Frauen ein viel diskutiertes und brisantes Thema. Der sogenannte Gender Pay Gap (Einkommenslücke) zeigt an, dass Frauen im Durchschnitt ca. 8% weniger Gehalt pro Stunde einnehmen – bei gleichen Tätigkeiten und Qualifikationen. Dieses ungleich verteilte Einkommen ist vor allem in Deutschland ein Problem, da hierzulande Frauen in der EU im Vergleich zu den Männern am schlechtesten verdienen.

6) Frauen haben keine Ahnung von Fußball.
Bestes Gegenbeispiel: Die deutsche Frauen National-Mannschaft. Bei bisherigen 406 Spielen siegten die Frauen 284 Mal. Man könnte zwar an dieser Stelle anmerken, dass die Frauen auch gegen Frauen gespielt haben, jedoch beweist dies immerhin, dass deutsche Frauen viel von Fußball verstehen. Denn obwohl die deutsche Männermannschaft für ihre Siege immer gefeiert wird, konnte das Männer-Team bei 900 Spielen nur 523 Mal siegen, die Bilanz bei den Frauen ist demnach also deutlich besser. Würde man dem Frauenfußball in Deutschland auch eine so große Bühne wie dem Männerfußball bieten, wüssten darüber vielleicht auch mehr Zuschauer bescheid, bevor sie solche irrsinnigen Klischees in die Welt setzen.

7) Frauen sind im Haushalt geschickter als Männer.
Ein Klischee, welches wohl vor allem gerne von Männern in den Mund genommen wird, um lästige Hausarbeiten auf die Frauen abzuwälzen. Demnach wird Frauen in Tätigkeiten wie putzen, kochen oder bügeln eine höhere Begabung zugesprochen. In Wirklichkeit kann jeder diese Tätigkeiten erlernen und im Haushalt mit anpacken - vorausgesetzt, das Interesse dafür besteht. Leider halten sich heutzutage aber immer noch viel zu viele Menschen an die mittelalterliche Rollenverteilung, in welcher der Haushalt als klassische Frauenarbeit galt.
Eine Statista-Umfrage aus dem Jahre 2014 ergab nämlich, dass weltweit Frauen mehr Zeit in Haushaltsarbeiten stecken als Männer. Dabei verbringen Frauen in Indien, Mexiko und Südafrika den größten Teil ihrer Zeit mit Haushaltsarbeiten. In Indien arbeiten die Frauen demnach im Durchschnitt 298,2 Minuten am Tag im Haushalt. Die indischen Männer sind mit 18,5 Minuten pro Tag im Durchschnitt im Haushalt so gut wie gar nicht aktiv. Auch in Deutschland ist die "klassische Rollenverteilung" noch immer stärker vertreten, als man annehmen würde. So stecken die deutschen Frauen laut Statistik im Durchschnitt 163,9 Minuten pro Tag in Haushaltsarbeiten und die deutschen Männer im Gegensatz dazu nur 89,9 Minuten. Diese Werte sind in einem Industrieland wie Deutschland besonders überraschend, da immer mehr Frauen berufstätig sind und infolgedessen nicht mehr Zeit für Haushaltsarbeiten aufbringen können als die Männer.

8) Frauen sind öfter alleinerziehend als Männer.
Ein Klischee, das sich bewahrheitet. Eine Statista-Umfrage, die sich mit der Geschlechterverteilung bei alleinerziehenden Elternteilen beschäftigte, zeichnete die Tendenz der Verteilung in den letzten Jahren auf (Studie von 2000 bis 2013). Diese Studie ergab, dass der Großteil der Alleinerziehenden Frauen sind. Im Jahre 2013 waren somit beispielsweise rund 2,3 Millionen Mütter alleinerziehend. Im Gegensatz dazu waren nur knapp 400.000 Väter für das alleinige Sorgerecht ihrer Kinder zuständig. Eine Verteilung, die sich bereits über die letzten vergangenen Jahre so hinzog und womöglich auch in Zukunft noch so bleiben wird.

 
 
 

Anzeige

Frau mit Tablet, das Lehrer Online zeigt
 

Anzeige

Gruppe Azubis
  • Ausbildung 2019
    Neuer Arbeitsplatz, neue Leute, neue Abläufe, viele neue Regeln. Mit diesen Tipps zum Ausbildungsstart kann nichts schief gehen.. Anzeige
 

Anzeige

MS Wissenschaft
 

Anzeige

 

Musik-Kritiken

 
Ausgepackt
 

Rezensionen schreiben

 

LizzyNet-App

 

Rezensionen

weiße Bücher mit der Aufschrift Rezenionsen
  • Rezensionen
    Buch-, Musik und Filmtipps von und für Mädchen!
 

Informier dich!

 

Kontakt

 

Vernetz dich mit uns