Frauen denken im Warmen besser

Studie zeigt Geschlechterunterschiede beim Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und kognitiven Leistungen

Ist das hier kalt! Was ne Hitze! Was das Wärmeempfinden angeht, gibt es große individuelle Unterschiede, vor allem im Vergleich von Männern und Frauen variieren die Vorlieben für warme oder kühlere Räume deutlich. Tatsächlich frieren die meisten Frauen leichter. Das ist kein Vorurteil, sondern dem geringer ausfallenden Anteil an wärmenden Muskeln und einer dünneren Oberhaut geschuldet. Frauen bevorzugen darum oft höhere Raumtemperaturen - so zumindest die Annahme und die Beobachtung im Alltag. Ein Grund, warum Frauen sich lieber in warmen Räumen aufhalten oder arbeiten, könnte aktuellen Erkenntnissen zufolge auch sein, dass sie bei Wärme besser denken können. Männer hingegen schneiden kognitiv besser ab, wenn es etwas kühler ist.  Das zumindest hat eine Studie von Agne Kajackaite vom Wissenschaftszentrum Berlin gemeinsam mit Tom Chang von der USC Marshall School of Business, Los Angeles zu Tage gebracht.

Mit Hilfe von insgesamt 542 Studierenden, die in einem Raum mit Temperaturen zwischen 16.2 und 32.6 Grad Celsius Logik-, Mathematik und mündliche Test durchführten, führten die Wissenschaftler_innen erstmals eine experimentelle Studie durch, die den Zusammenhang zwischen Temperatur und kognitiver Leistung aufzeigen sollte.
Sie stellen dabei fest, dass Frauen tatsächlich bei höheren Raumtemperaturen mehr richtige und insgesamt mehr Antworten abgaben. Umgekehrt schnitten Männer im niedrigen Temperaturbereich in der Regel besser ab, während sie bei warmer Raumtemperatur weniger und weniger korrekte Antworten abgaben. Bei den Logiktest allerdings wurden keine solchen Temperatur-Denk-Unterschiede beobachtet.

Weil in dieser Studie nur Studierende getestet wurden, hat die Studie natürlich nur begrenzte Aussagekraft. Vielleicht reagieren Studierende tendenziell anders auf Temperaturen beim Abrufen kognitiver Leistungen als Bauarbeiter, Sportler_innen, Kinder oder Landwirtinnen? Trotzdem fordern die Forscher_innen, dass bei Tests zu kognitiven Leistungen von Testpersonen die Raumtemperatur berücksichtigt werden sollte, um verlässliche Ergebnisse zu bekommen.

Ihr selbst könnt es ja einfach mal ausprobieren, ob euch das Denken in warmen oder kalten Räumen leichter fällt und ob dann wirklich unbedingt die Heizung hochgedreht werden muss oder auch eine Wolldecke die grauen Zellen in Schwung bringen kann ;-). 

Die Studie ist im Fachmagazin PLOS one erschienen (https://doi.org/10.1371/journal.pone.0216362).

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. Mai 2019
 
 
 

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