Fairtrade-Plastik??

Forschungsprojekt zur Sammlung von Füllmaterial für 3D-Drucker

Bild: LizzyNet

Mit Schokolade, Kaffee, Schmuck und Bananen aus fairem Handel sind viele von uns vertraut, aber was würden wir sagen, wenn es demnächst auch Fairtrade-Plastik geben würde? Eine Gruppe um Joshua Pearce von der Michigan Technological University arbeitet daran, recycelten Kunststoff aus fairen "Produktionsbedingungen" auf den Markt zu bringen - und zwar als Füllmaterial für 3D-Drucker, die gerade dabei sind, den Privatmarkt zu erobern.

"Wir schaffen eine neue Klasse von Material namens ethische 3D-Druck-Faser, ähnlich wie Fair-Trade-Kaffee", so Pearce. "Es ist ein Weg, um den Ärmsten der Armen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung zu verhelfen."

Der Plan ist, dass MüllsammlerInnen in den Entwicklungsländern, deren "Arbeitsplatz" sowieso schon auf Deponien liegt, endlich von ihrer mühseligen Arbeit leben können. Bisher bekomemn sie nämlich kaum etwas für die Rohstoffe, die sie aus den Deponien fischen. Würde man Kunststoffabfälle aber mehr als bisher als Ausgangsmaterial für 3D-Drucker einsetzen, könnte das zu einem lukrativen Geschäft für viele Schwellenländer werden, hofft Pearce. Während herkömmliches Material für 3D-Drucker aus reinem Kunststoff im Moment noch ca. 35 bis 50 Dollar pro Kilogramm kostet, könnte Recycling-Kunststoff viel billiger sein.

Pearce Gruppe hat bereits eine Maschine entwickelt, die Milchflaschen und anderen Plastikmüll für ein paar Cent in Werkstoffe für 3D-Drucker umwandelt. Damit die Abfallsammler wirklich von solch einer Technik profitieren können, müsste die Industrie sich an bestimmte faire Arbeits und Umweltpraktiken halten. Unter Fair-Trade-Standards für ethisches 3D-Druck Material, würden die Hersteller garantieren, dass ihr Unternehmen bestimmte Bedingungen, die Pearce und seine Kollegen im Journal of Sustainable Development veröffentlicht haben, erfüllt.

• einen Mindestpreis, um sicherzustellen, dass die Arbeiter faire Löhne erhalten
• eine Fair-Trade-Prämie, die zusätzlich gezahlt wird, um Entwicklungsprojekte zu unterstützen
• eine regelmäßige Wochenarbeitszeit von 48 Stunden und ein Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit
• umweltbewusste Herstellungspraxis
• Schutzmaßnahmen für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer
• das Recht sich gewerkschaftlich zu organisieren
• ein Verbot von Diskriminierung und sexueller und körperlicher Belästigung

Für Unternehmen, die den fairen Kunststoff verwenden, wäre dies immer noch preiswerter als herkömmliches 3D-Füllmatrial, sogar bis um die Hälfte, sagt Pearce. "Und das bei einem existenzsichernden Lohn für die Arbeiter und einem Nutzen für die Umwelt".

Ein indisches 3D-Druck-Unternehmen plant bereits erste Projekte in Kooperation mit der Londoner Non-Profit-Organisation techfortrade, die Armutsbekämpfung durch ökonomische Entwicklung voranbringen will.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 6. Oktober 2014
 
 
 

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