Etwas, was von mir bleibt
Psychologische Studie: Sinnhaftigkeit kann auch bei alltäglichen Dingen motivierend wirken - bei Kindern und Erwachsenen
Kinderzeichnung mit Dinosauriern - auch die will beachtet werden
Wenn über Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit diskutiert wird, geht es oft um große Karrieren wichtiger Menschen oder auch um hohes Alter, wo zurückblickend geschaut wird, was erreicht wurde und was von einem bleibt. Aber auch bei alltäglichen kleinen Dingen kann es für die Motivation und die Stimmung entscheidend sein, dass etwas Sinn oder einen bleibenden Wert hat.
Die Forscherin Fan Yang und Yilin Liu von der US-amerikanischen University of Chicago hat in vier Studien mit Kindern und Erwachsenen untersucht, wie sich Sinnhaftigkeit bei einer kleinen Bastelaufgabe auf die Motivation auswirkt.
In einer der vier Studien etwa sollten Kinder zwischen 4 und 9 Jahren sowie Erwachsene aus Puzzleteilen Figuren erschaffen. Dabei wurde einigen gesagt, die Figuren würden aufgehoben, anderen wurde gesagt, sie würden zerrissen.
Allen Teilnehmenden – Kindern wie Erwachsenen – machte das Spiel Spaß, aber sie spielten es lieber, wenn sie dachten, dass ihre Figuren aufbewahrt würden. Glaubten sie, dass die Produkte zerrissen würden, gaben sie sich kaum Mühe, Figuren zu erschaffen.
Für die Forscher:innen zeigt das, dass uns Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit sehr wichtig sind, um uns motiviert zu fühlen - selbst wenn es nur um kleine „Kunstwerke“ geht.
Das bestätigte sich auch dadurch, dass die Kinder und Erwachsenen sogar bereit waren, dafür zu „bezahlen“ (hier mit Stickern), damit ihre Kunstwerke vor dem Untergang bewahrt wurden, aber nur, wenn es um ihr eigenes Werk ging. Offenbar ging es also nicht grundsätzlich um die Bewahrung der kreativen Werke, sondern nur darum, dass das eigene Tun nicht für die Mülltonne war.
Auch "Spaß haben" kann motivieren
Aber was ist mit Sandburgen? Die werden doch auch voller Motivation kunstvoll hergestellt, um dann den Wellen und marodierenden Strandspaziergänger:innen zum Opfer zu fallen! Diese Frage hat die Forschenden auch umgetrieben. Sie haben darum untersucht, ob sich Motivation auch einstellt, wenn wir uns auf den Prozess konzentrieren. Wurden die Studienteilnehmenden also aufgefordert, einfach Spaß bei der Sache zu haben und sich nur darauf zu konzentrieren, dann waren sie durchaus motiviert, auch wenn sie wussten, dass das Kunstwerk danach zerstört werden würde.
Der Fun-Faktor half zumindest teilweise den Motivationsverlust auszugleichen, konnte aber den Frust durch Sinnlosigkeit nicht ganz ausgleichen.
Die Forschenden glauben, dass beides – Sinnhaftigkeit und Freude am Prozess – dabei helfen könne, pessimistische Gedanken im Zaum zu halten. Wer keinen Spaß bei der Arbeit (oder irgendeiner Tätigkeit hat) kann versuchen, zu schauen, wofür es langfristig gut ist und was am Ende davon Sinnvolles bleibt. Oder – wenn die Arbeit nichts Bleibendes verspricht - versuchen, sich auf das Hier und Jetzt und die Freude am Prozess zu konzentrieren.
Die Forscher:innen glauben, dass ihre Arbeit einen neuen Blick auf das eigene Leben eröffnen kann und auch zeigt, wie fundamental wichtig Sinnhaftigkeit selbst in kleinen alltäglichen Momenten ist. Darum empfehlen sie auch, aufmerksam zu sein, wenn Kinder etwas geschaffen haben und es zeigen wollen. Es kann ihnen sehr viel bedeuten.
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Autorin / Autor: Pressemitteilung aps / Redaktion; Bild: LizzyNet - Stand: 28. September 2026