Es wird pink!

Am 11. Oktober ist Weltmädchentag

Wenn am 11. Oktober in einigen Städten Bauwerke in pinkem Licht erstrahlen, wundert euch nicht (oder wundert euch doch - je nachdem). Denn an diesem Datum wird seit 2012 ganz offiziell der Internationale Mädchentag oder auch Welt-Mädchentag begangen. Der Tag will auf die noch immer oft schwierigen Bedingungen für Mädchen auf der ganzen Welt aufmerksam machen. Dabei stehen vor allem die Themen Kinderheiraten, Armut, mangelnde Bildung und Gewalt gegenüber Mädchen im Fokus.
Die Hilfsorganisation PLAN international ist verantwortlich für die  Pink-Beleuchtung von Bauwerken in ganz Deutschland, die ein Kernstück der Kampagne "Because I am a Girl" ist. In diesem Jahr erstrahlen beispielsweise der Funkturm in Berlin, die Sankt-Petri-Kirche in Hamburg, das Holstentor in Lübeck, das Münster in Ulm und das Karlstor in München. Plan international fordert unter anderem, dass Mädchen weltweit mindestens neun Jahre zur Schule gehen können oder eine vergleichbare Bildung erhalten.

One Index: Wo es für Mädchen am schwersten ist, zur Schule zu gehen
Dass das gar nicht so selbstverständlich ist, zeigt der aktuelle Index der entwicklungspolitischen Organisation ONE, der anlässlich des Weltmädchentages festhält, dass 130 Millionen Mädchen weltweit nicht in die Schule gehen. Dabei liegen neun der zehn Länder, in denen es für Mädchen am schwersten ist zur Schule zu gehen, in Afrika. Allerdings konnten manche Länder in dem Index gar nicht berücksichtigt werden, weil keine Daten vorlagen - etwa  Syrien oder Somalia. Der Index wurde anhand von elf Indikatoren erstellt, die den Grad der Mädchenbildung abbilden. Dazu gehören Schulabschlussraten, der Alphabetisierungsgrad bei Mädchen und Frauen oder der Schüler_innen-Lehrkraft-Schlüssel. Die Indikatoren basieren auf globalen Daten.

TERRE DES FEMMES kritisiert ebenfalls die weltweite Ungleichheit von Mädchen, die aber auch in Deutschland bestehe. Vor allem Geflüchtete oder junge Frauen mit Migrationshintergrund hätten unter Benachteiligungen zu leiden. Sie würden stärker im Haushalt eingebunden oder müssten auf Geschwister aufpassen, während ihre Brüder Fußball spielten, seien häufiger von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen und würden öfter Opfer von Zwangsverheiratungen im jungen Alter. Die Benachteiligung von Mädchen sei ein weltweites Phänomen. Es sollte die wichtigste Aufgabe der Politik sein, strukturelle Benachteiligungen abzubauen und Mädchen zu stärken, fordern die Aktivistinnen von TERRE DES FEMMES.

Alle Jahre wieder in der Kritik: der Mädchentag an sich und die Farbe Pink
Natürlich kann es keinen Weltmädchentag geben, ohne dass es auch jede Menge Kritik gibt. Selbsternannte "Diskriminierungsgegner" meckern in Foren, dass es keinen Weltjungentag gibt oder rufen ihn kurzerhand aus.

Die Schelte von feministischer Seite für die "Pinkifizierung" von Bauwerken fällt in diesem Jahr hingegen etwas verhaltener aus. In den vergangenen Jahren gab es reichlich Kritik, weil die Initiator_innen ausgerechnet mit der Farbe Pink auf die Unterdrückung und Ungleichbehandlung von Mädchen und Frauen hinweisen wollen, wo das doch eben die Farbe ist, mit der Mädchen immer wieder in die passive Prinzessinnenecke gestellt werden. Plan international hält dagegen und will in der Farbe Pink eine kraftvolle Farbe sehen, die eine starke Signalkraft habe und Lebensfreude und Zuversicht vermittele, "genau das, was benachteiligte Mädchen motivieren kann, für sich und ihre Rechte einzustehen."

Damit sich am Weltmädchentag nicht alles nur um die Farbe Pink dreht, übernehmen parallel zu der Beleuchtungsaktion Mädchen weltweit für einen Tag Führungspositionen in Politik und Gesellschaft und verschaffen sich in diesen Schlüsselrollen Gehör für ihre Belange. Mit über 500 sogenannten Takeover-Aktionen in mehr als 60 Ländern macht Plan International darauf aufmerksam, dass die meisten Mädchen und Frauen noch nicht gleichberechtigt sind. So teilte beispielsweise Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau sein Büro für einen Tag mit einer jungen Kanadierin. In Uganda übernahm ein Mädchen die Rolle des Polizeichefs. In der Schweiz gibt Zürichs Bürgermeister sein Amt an ein Mädchen ab und auf den Philippinen übernehmen zwei Mädchen die Rolle des Präsidenten und des Vizepräsidenten.

Quellen:

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 11. Oktober 2017
 
 
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