Erster Internationaler Tag der Mädchen

Warum Mädchen einen Aktionstag brauchen

Nein, heute ist nicht der Girls Day, aber der Weltmädchentag, und zwar der erste überhaupt. Und heute geht es um mehr als um die Berufswahl; es geht darum, dass Mädchen auf der ganzen Welt überhaupt erst in den Genuss von grundlegenden Menschenrechten gelangen.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass 75 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen können? Oder dass alle drei Sekunden irgendwo auf der Welt ein Mädchen gegen ihren Willen verheiratet wird? Anlässlich des ersten internationalen Mädchentages ruft UNICEF die Welt dazu auf, sich verstärkt gegen die anhaltende Diskriminierung von Mädchen einzusetzen. Insbesondere die verbreitete Praxis der Kinderehen stellt aus der Sicht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen eine schwere Verletzung der Rechte von Mädchen dar – mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr gesamtes zukünftiges Leben.

Weltweit wurde nach Angaben von UNICEF jede dritte der heute 20- bis 24-jährigen jungen Frauen bereits als Minderjährige verheiratet - insgesamt 70 Millionen. 23 Millionen Mädchen mussten noch vor ihrem 15. Lebensjahr heiraten – meist einen deutlich älteren Partner und gegen ihren Willen.

Obwohl die Vereinten Nationen 1994 allen Staaten empfohlen haben, das Heiratsalter auf 18 anzuheben, ist in mehr als 50 Staaten die Verheiratung von Mädchen unter 18 Jahren immer noch legal. Auch von den 113 Staaten, die 18 als Mindestalter vorschreiben, sind laut UNICEF in 57 Staaten Kinderehen trotzdem weit verbreitet. So sei Indien trotz Verboten weiter das Land mit den meisten Kinderbräuten. UNICEF unterstützt dort deshalb die Entwicklung von Strategien zur Beendung von Kinderheiraten. Der Fortschritt sei zwar messbar, gehe jedoch langsam voran.

Kinderheiraten ziehen häufig sehr frühe und ungewollte Schwangerschaften – oft mit lebensgefährlichen Konsequenzen nach sich. Jedes Jahr sterben nach Angaben von UNICEF schätzungsweise 50.000 junge Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren an Komplikationen bei der Schwangerschaft und Geburt – die häufigste Todesursache für Mädchen in dieser Altersgruppe.

Bildung schützt vor Kinderheirat
Eine gute Lebensversicherung für diese Mädchen scheint Schulbildung zu sein, denn wie Untersuchungen zeigen, heiraten Mädchen, die nach der Grundschule eine weiterführende Schule besucht haben, deutlich seltener vor ihrem 18. Geburtstag. "Gute Schulen sind das beste Mittel gegen Diskriminierung und Unterdrückung", erklärte UNICEF-Botschafterin Eva Padberg gestern in Berlin. "Gebildete Mädchen sind stärker. Sie können besser über ihr Leben selbst bestimmen!" Trotz Fortschritten bei den Einschulungsraten von Mädchen schließen jedoch in vielen Entwicklungsländern immer noch deutlich weniger Mädchen als Jungen die Grundschule auch ab. Noch größer wird die Schere bei der weiterführenden Schulbildung.

Auch in anderen Bereichen sind Mädchen immer noch stark benachteiligt: In manchen asiatischen Ländern werden oft weibliche Föten abgetrieben, weil die Familien lieber einen Sohn wollen. "Mädchen wird also schon ihr Grundrecht verweigert, überhaupt geboren zu werden", so schreibt die Kinderhilfsorganisation Plan. Mädchen werden nach Plans Informationen auch seltener in ein Geburtenregister eingetragen als Jungen. Da sie ohne Geburtsurkunde quasi unsichtbar seien, könnten sie meist grundlegende Rechte nicht wahrnehmen und würden leichter Opfer von Menschenhändlern. Mädchen müssen in vielen Ländern außerdem früher arbeiten, müssen traditionelle Riten wie Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen und haben weniger Wissen und Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung mit HIV/ Aids zu schützen.

Es gibt also Gründe genug, um einen internationalen Tag der Mädchen auszurufen. Und der soll sichtbar in vielen Teilen der Welt gefeiert werden: Plan sendet zum Beispiel Lichtzeichen von Berlin um die Welt. Von 18 Uhr bis 24 Uhr verwandelt sich die blaue Stunde in eine pinke: Das Dach des Sony Centers erstrahlt in Pink – parallel zum "Red Fort" in Delhi, dem Riesenrad "London Eye", dem CN-Tower in Toronto und dem Empire State Buildung in New York. Zeitgleich startet Plan in New York den internationalen Because I am a Girl-Event – erwartet wird unter anderem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon.

Mehr über Diskrimierung - auch von Mädchen hierzulande - auf LizzyNet

Autorin / Autor: Redaktion mit Pressematerial von Plan und Unicef - Stand: 11. Oktober 2012
 
 
 

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