Die Erde ist kein Online-Shop

Erdüberlastungstag: 2017 haben wir schon am 2. August die Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht

Im letzten Jahr war es noch der 8. August, 2017 ist es schon am 2. August soweit, dass wir die Ressourcen des Jahres komplett verbraucht haben, die der Weltbevölkerung rechnerisch zur Verfügung stünden, wenn sie nur so viel nutzen würde, wie sich im selben Zeitraum regeneriert. Der globale Erdüberlastungstag ist also im Vergleich zum Vorjahr erneut um sechs Tage nach vorn gerückt, die Überlastung nimmt also weiterhin zu.

Am 2. August wollen mehrere Organisationen deshalb mit einer kreativen Aktion vor dem Brandenburger Tor die nächste Bundesregierung auffordern, sich für konkrete Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs einzusetzen.

Diebstahl an künftigen Generationen
„Die Erde ist kein Online-Shop mit scheinbar unbegrenztem Angebot. Jetzt ist der Laden leer. Alles, was wir ab heute verbrauchen, ist Diebstahl an künftigen Generationen. Es ist Aufgabe der Politik, das zu verhindern“, sagt Christoph Röttgers von der Naturschutzjugend. „Die Übernutzung der ökologischen Ressourcen ist die Konsequenz unseres nicht hinterfragten ökonomischen Wachstumsmodells. Doch grenzenloses Wirtschaftswachstum ist auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht möglich“, fügt Robin Stock von FairBindung hinzu.

„Vor allem in den Bereichen Verkehr, Energieversorgung und Landwirtschaft ist Deutschland alles andere als ein umweltbewusster Vorreiter. Das muss sich dringend ändern, damit wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen können“, betont Lena Michelsen vom entwicklungspolitischen INKOTA-netzwerk.

Johanna Kusch von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert: “Die künftige Bundesregierung sollte verbindliche und messbare Ziele zur Reduktion des absoluten Ressourcenverbrauchs festschreiben und dann für die konsequente Umsetzung sorgen - insbesondere auch gegenüber Unternehmen. Die CO2-Emissionen in Deutschland müssen nach Jahren der Stagnation endlich wieder sinken.“ Kira Heinemann von der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend) ergänzt: „Wir leben und wirtschaften ungehemmt zulasten der Menschen im Globalen Süden und künftiger Generationen."

Wenn alle so wirtschaften würden wie Deutschland, bräuchten wir 3,2 Planeten
Um den weltweiten Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Wälder, Ackerland und Fischgründe zu decken, bräuchte die Weltbevölkerung rechnerisch 1,7 Erden. Würden alle Länder der Welt so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 3,2 Planeten nötig. Hierzulande tragen die CO2-Emissionen sowie der Verbrauch von Ackerland und Waldflächen am meisten zum enormen ökologischen Fußabdruck bei. Zu den Folgen dieses übermäßigen Ressourcenverbrauchs gehören nicht nur immwer kleiner werdende Wälder, sondern auch der Verlust an Biodiversität, überfischte Meere, Lebensmittelkrisen, Verschlechterung von Böden und die Überlastung der Erde und ihrer Atmosphäre mit Abfällen und Treibhausgasemissionen. Da Treibhausgase schneller in die Atmosphäre gelangen, als sie von Wäldern und Ozeanen absorbiert werden können, ist der Klimawandel eine der spürbarsten Auswirkungen der ökologischen Überlastung unserer Erde. Dabei leben wir nicht nur auf Kosten nachfolgender Generationen, sondern die Industrienationen leben auch auf Kosten der ärmeren Länder des globalen Südens, die von Extremwetterereignissen in Folge des Klimawandels am stärksten betroffen sind.

Zum Hintergrund
Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 1. August 2017
 
 

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