Einfühlsame Dickhäuter

Forschung: Auch Elefanten haben Mitleid

Bild: LizzyNet

Wenn Menschen traurig sind, trösten sie einander. Doch auch Tiere können Mitgefühl zeigen. Wenn sich ein Elefant gestresst fühlt, kann er darauf zählen, dass seine Artgenossen ihm beruhigend zur Seite stehen. Das haben US-ForscherInnen der Emory University beobachtet.

Elefanten gelten schon lange als äußerst intelligente und soziale Tiere. Doch dass sich Tiere in die Gefühle ihrer Artgenossen hineinversetzen können, ist bisher nur von Menschenaffen, Rabenvögeln und Hunden bekannt.
Ein Jahr lang haben Joschua Plotnik und sein Team 26 asiatische Elefanten in einem nordthailändischen Elefantencamp beobachtet und ihr Verhalten in Stresssituationen auf Video aufgezeichnet. Stressituationen ergaben sich zum Beispiel durch einen vorbeilaufenden Hund, eine Schlange oder einen unfreundlichen und angriffslustigen Artgenossen.

“Wenn ein Elefant sich erschreckt, spreizt er seine Ohren ab, sein Schwanz stellt sich auf oder kräuselt sich und er stößt ein niederfrequentes Grummeln oder ein Trompeten aus“, sagt Plotnik. Umherstehende Artgenossen reagieren meist direkt auf ein solches Verhalten. Sie nähern sich dem gestressten Elefanten, berühren leicht mit dem Rüssel sein Gesicht oder stecken diesen sogar in sein Maul. Die Geste, einem anderen Elefanten den Rüssel ins Maul zu stecken sei fast gleichbedeutend einer Umarmung beim Menschen, beschreibt Plotnik. Es sei ein Signal, das zeige „Ich bin hier um dir zu helfen, nicht um dir weh zu tun“. Denn schließlich könne man gebissen werden und zeige somit sein Vertrauen und seine Zuneigung.
Auch geben die dickhäutigen TrösterInnen häufig einen besonderen Laut von sich, einen hohen, zirpenden Ton. Diesen habe Plotnik nie gehört, wenn ein Elefant alleine war. Er geht davon aus, dass Elefanten diese Laute nutzen, um andere zu beruhigen. Zudem beobachteten die ForscherInnen, dass Elefanten in einer Gruppe näher zusammenrücken, wenn sie spüren, dass jemand unter ihnen verängstigt ist.

Immer wieder entdecken ForscherInnen an Tieren Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen, die man eigentlich nur dem Menschen zugeschrieben hat. „Menschen sind in vieler Hinsicht einzigartig, aber nicht in so vielen Dingen, wie wir einmal dachten“, sagt Plotnik.

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Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 20. Februar 2014
 
 
 

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