Einflussreiche Gedanken

Mit einem psychologischen Trick werden Frauen mutiger und Männer weniger konkurrent

Frauen sind in der Gesellschaft immer noch benachteiligt, vor allem im Beruf: Sie werden häufig schlechter bezahlt als Männer und haben es schwerer, wenn sie Karriere machen wollen. Einen Grund dafür sieht die Forschung darin, dass Frauen ein weniger ausgeprägtes Konkurrenzdenken an den Tag legen. In einem Versuch haben Wissenschaftler_innen nun gezeigt, dass dieser Unterschied mithilfe eines psycholgischen Tricks namens "priming" deutlich verringert werden kann.

Priming ist ein Ansatz aus der Psychologie, mit dem Menschen in eine bestimmte Situation hineinversetzt werden, wodurch sich ihr Entscheidungsverhalten ändern kann. Werden zum Beispiel Bankangestellte gefragt, wie lange sie schon in einer Bank arbeiten, welche Aufgabe sie haben und ähnliches, dann sind sie geprimt auf die Rolle des Bankers. Spricht man dieselben Bankangestellten auf ihre Hobbys an, sind sie geprimt auf eine Rolle in der Freizeit. Neuere Studien zeigen, dass ein solches priming zu sehr unterschiedlichen Entscheidungen führen kann.

Matthias Sutter, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und seine Kollegen von der Universität Innsbruck verwendeten nun diesen Ansatz, um Testpersonen auf eine Wettbewerbssituation vorzubereiten.

In einem Test mit mehr als 400 Proband_innen verglichen die Wissenschaftler das Verhalten von drei Teilgruppen, die sich einer Konkurrenzsituation ausgesetzet sahen. Die Teilnehmenden der ersten Gruppe sollten sich eine Situation vorstellen, in der sie Einfluss hatten, die der zweiten Gruppe eine Situation, in der sie von anderen abhängig waren. Und eine dritte Gruppe blieb neutral, war also nicht geprimt.

Tatsächlich führten die verschiedenen priming-Situationen zu unterschiedlichen Entscheidungen von Männern und Frauen. In der neutralen Gruppe zeigte sich das geschlechtstypische Muster: 40 Prozent der Männer, aber nur 14 Prozent der Frauen entschieden sich dafür, in den Wettbewerb mit anderen zu treten. Beim priming auf eine Abhängigkeitssituation entschieden die Testpersonen weitgehend ähnlich.

Die Vision von Einfluss führt zu einer aneren Sicht auf Wettbewerb
Anders verhielt es sich jedoch bei den Teilnehmer_innen, die sich eine Begebenheit vorgestellt hatten, in der sie Einfluss hatten: Am deutlichsten änderte sich das Verhalten der Männer. Nur noch 28 Prozent, also signifikant weniger von ihnen entscheiden sich dazu, in einen Wettbewerb einzusteigen. Bei Frauen hatte dieses priming den gegenteiligen Effekt, wenn auch weniger stark. Mit 20 Prozent entschieden sich etwas mehr als in der neutralen Gruppe, mit anderen in Konkurrenz zu treten. Für die Wissenschaftler hängt der Unterschied damit zusammen, dass die Erinnerung an eine einflussreiche Situation allen Personen eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ermöglicht. Während das teilweise bei Frauen das Selbstbewusstsein stärkt, hält es Männer eher davon ab, sich selbst zu überschätzen und ein erhöhtes Risiko einzugehen.

Auf diese Weise führt priming offenbar dazu, dass sich Männer und Frauen in ihrem Wettbewerbsverhalten annähern. Frühere Studien hatten gezeigt, dass der Umgang mit Konkurrenzsituationen ein wesentlicher Faktor für die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben ist. Anwendungsmöglichkeiten für die psychologische Methode sieht das Forschungsteam im Schulsystem und in der beruflichen Bildung.

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Frau vor Einsen und Nullen
 
 

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