Ein Rezept für Glück...

...gibt es nicht, aber eine Zutatenliste mit einer Hauptkomponente. Was sich in einem Gepräch mit Glücksforscher:innen aus der ganzen Welt herauskristallisiert hat.

Was ist Glück und wie kommt man in den Zustand des Glücklichseins? Gibt es ein Geheimrezept? Das wollte Lara Aknin, Professorin für Sozialpsychologie an der Simon-Fraser-Universität, in einem Gespräch mit den führenden Glücksforscher:innen aus der ganzen Welt herausfinden. Die Gesprächsteilnehmenden kommen zusammen auf über 600 Jahre in der Glücksforschung - was ihre beruflichen und privaten Erfahrungen zum Thema Glück beizutragen haben, stand auf der Tagesordnung der Mini-Konferenz. Ihre Überlegungen wurden in einer kürzlich im „Journal of Happiness Studies“ veröffentlichten Studie festgehalten.

Kleiner Spoiler: „Glück entsteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, aber wenn ich ein Geheimnis des Glücks benennen müsste, dann wären es wohl die Beziehungen zu anderen Menschen“, sagt Lara Aknin.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Beziehungen sind wichtiger als fast alles andere
    Mehrere Forscher, die an der Zoom-Konferenz teilnahmen, berichteten, dass sie bewusst mehr Zeit mit ihren Liebsten verbringen, nachdem sie die Erkenntnisse aus ihrer eigenen Forschung gesehen hatten.
  • Mehr Geld bedeutet nicht mehr Glück
    Ein angemessenes Einkommen und finanzielle Sicherheit sind wichtige Grundlagen – aber sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind, hat zusätzliches Einkommen weniger Einfluss auf das Glück.
  • Sinnvolle Arbeit trägt wesentlich zum Glück bei
    Glück entsteht durch Arbeit und Aktivitäten, die sich lohnenswert anfühlen und mit den eigenen Werten im Einklang stehen.
  • Glück lässt sich durch bewusste Gewohnheiten fördern
    Mehrere Forscher gaben an, Erkenntnisse aus der Glücksforschung in ihrem eigenen Leben umgesetzt zu haben, beispielsweise indem sie Dankbarkeit zum Ausdruck brachten, positive Erlebnisse bewusst genossen, in Beziehungen investierten, aufmerksamer zuhörten, ehrenamtlich tätig waren und sich stärker sozial engagierten.
  • Beim Glück geht es nicht darum, sich ständig gut zu fühlen
    Das Wohlbefinden wächst, wenn Menschen ihr Leben an ihren Werten, Stärken und Beziehungen ausrichten und lernen, sich an veränderte Umstände anzupassen.

Die wichtigste Zutat: Beziehungen

Im Gespräch hätten sich Beziehungen als wichtigste Zutat herauskristallisiert, schon eine verlässliche Beziehung habe große Bedeutung, mehr Beziehungen und mehr Gemeinschaften, denen man sich zugehörig fühle, verstärkten das Wohlbefinden weiter, so Aknin.

Die Forscher:innen sprachen außerdem davon, dass Glück ein Prozess sei und Menschen nicht ständig glücklich wären. Auch müsse man kein ideales Leben führen oder von Natur aus optimistisch sein. Stattdessen könne Glück durch bewusste Entscheidungen, Selbstwahrnehmung und Anpassungsfähigkeit entwickelt werden, selbst wenn das Leben schwierig werde, sagt sie.

Einige der führenden Modelle zum Thema Glück legen nahe, dass etwa 10 Prozent des Glücks auf die Lebensumstände zurückzuführen sind – Dinge, die von großer Bedeutung und relativ schwer zu ändern sind, wie der Wohnort, das Alter, der Beschäftigungsstatus oder der Beziehungsstatus. Aber bis zu 40 Prozent des Glücks hängen mit „willentlichen Aktivitäten“ zusammen – also damit, wie man seine Zeit gestaltet.

Positiver in die Welt blicken

Auch pessimistische Menschen können demnach profitieren, wenn sie gezielte Strategien anwenden, um ihrer Schwarzseherei zu entkommen: Meditation oder Dankbarkeitstrainings können helfen, positiver in die Welt zu blicken.

Ünerhaupt waren sich die Glücksforscher:innen in einem Punkt absolut einig: Glücksforschung soll dazu da sein, das Leben der Menschen besser zu machen. Die Erkenntnisse aus ihrer Forschung sollen darum streng überprüft, aber auch praktisch angewendet werden, denn das kann allen zugute kommen:

„Wenn Menschen das Gefühl haben, dass es ihnen gut geht, verfügen sie über die Fähigkeit, die Kompetenz und die Motivation, sich in weltpolitische Angelegenheiten einzubringen – sich um die Menschen zu kümmern, die sie lieben, und sich für ihre Gemeinschaften einzusetzen.“

Wenn ihr also dem Glück hinterherjagt, dann strebt nicht nur nach Erfolg, Geld und Sicherheit, sondern investiert zuallererst in eure zwischenmenschlichen Beziehungen.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion; Bild: LizzyNet - Stand: 29. Oktober 2026