Ein "Danke" gegen die Raffsucht?

Studie: Dankbarkeit hilft gegen Materialismus und macht großzügiger

Habt ihr es satt, immerzu ans Shoppen gehen zu denken oder seid ihr genervt davon, wenn eure Freundin ständig davon redet, wieviel Geld sie schon gespart hat? Eine neue Studie der University of Illinois in Chicago verspricht nun eine relativ einfache Strategie, wie man so einen übermäßigen Materialismus bekämpfen könnte: nämlich durch die Förderung von Dankbarkeitsgefühlen.

Für seine Untersuchung bat das Team um Forscher Lan Nguyen Chaplin 870 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren, einen Onlinefragebogen auszufüllen, der einerseits erfragte, wieviel ihnen Geld und materielle Güter wert seien und in dem sie andererseits einschätzen sollten, wie dankbar sie gegenüber anderen Menschen und für Güter in ihrem Leben sind.

Anschließend nahmen 61 Jugendliche an einem Experiment teil: zwei Wochen lang sollten sie ein Tagebuch führen - die eine Gruppe sollte jeden Tag aufschreiben, wofür sie dankbar war, die andere Gruppe sollte nur ihre täglichen Aktivitäten aufzeichnen.

Nach zwei Wochen wurden die Aufzeichnungen gesammelt und die Teilnehmer_innen gebeten, nochmals die gleiche Onlineumfrage wie am Anfang auszufüllen. Die Jugendlichen bekamen diesmal für ihre Teilnahme 10 Ein-Dollar-Scheine, die sie entweder behalten durften oder von denen sie einen Teil oder das ganze Geld für wohltätige Zwecke spenden konnten.

Das Ergebnis? Ihr ahnt es schon: bei denjenigen, die das Dankbarkeitstagebuch geführt hatten, verzeichneten die Wissenschaftler_innen einen signifikanten Rückgang des Materialismus und eine Zunahme der Dankbarkeit. Die Kontrollgruppe, die nur ihre täglichen Aktivitäten aufgeschrieben hatte, behielt dagegen ihr Niveau an Dankbarkeit und Materialismus bei wie vor dem Experiment.

Nicht verwunderlich: die "Dankbarkeitsgruppe" war danach auch großzügiger als die Kontrollgruppe. Die Jugendlichen, die darüber geschrieben hatten, für wen und wofür sie dankbar waren, spendeten mehr als zwei Drittel ihrer 10 Dollar, während die Kontrollgruppe weniger als die Hälfte spendete.

"Die Ergebnisse dieser Studie zeigen: ein höheres Maß an Dankbarkeit ist mit einem niedrigeren Maß an Materialismus bei Jugendlichen in einer Vielzahl von demografischen Gruppen verbunden", so die Schlussfolgerung von Chaplin.

Eltern und Erziehenden, die verhindern wollen, dass ihre Kinder zu Materialisten werden, rät der Forscher, eine tägliche Dankbarkeitsübung am Esstisch durchzuführen, Kinder Bilder malen zu lassen, wofür sie dankbar sind oder einen "Dankesbecher" aufzustellen, in den Kinder und Jugendliche Zettel einwerfen können, auf denen steht, wofür sie sich bedanken.

Ob es unbedingt solche Rituale sein müssen, kann ja jede_r für sich selbst entscheiden, aber an diesen Dankeschön-Gedanken scheint wohl etwas dran zu sein ;-)

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung
 
 
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