Der Corona-Schreck lässt nach

Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): Vor allem junge Leute schätzen die gesundheitlichen Auswirkungen als nicht mehr so groß ein

Das neuartige Coronavirus sorgt auf der ganzen Welt für Angst und Schrecken. In Deutschland scheinen sich die Genmüter aber eher zu beruhigen. Das ergab der „BfR-Corona-Monitor“, eine regelmäßige Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Während in der Vorwoche noch 40 Prozent der Befragten angaben, dass sie die Folgeschäden einer Infektion mit dem Coronavirus als groß ansehen, sank dieser Wert nun auf 26 Prozent. „Besonders junge Leute schätzen die gesundheitlichen Auswirkungen als nicht mehr so groß ein“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Auch das Risiko durch bestimmte Ansteckungswege wird inzwischen anders gesehen. So wird eine Schmierinfektion über Türklinken, Bargeld oder Spielzeug für weniger bedeutsam gehalten als in der ersten Erhebung des BfR-Corona-Monitors vor drei Wochen. Die Nähe zu anderen Menschen wird nach wie vor von 74 Prozent als der wesentliche Infektionsweg angesehen, jedoch ist auch hier im Verlauf der vergangenen Wochen ein leichter Rückgang zu beobachten.

Veränderte Wahrnehmung
Die veränderte Wahrnehmung mag eine Erklärung dafür sein, warum die Akzeptanz bestimmter Schutzmaßnahmen weiter abnimmt. Im Vergleich zu einigen Wochen zuvor, werden insbesondere die Ausgangssperre und die Schließungen der meisten Geschäfte von immer weniger Befragten als angemessen bewertet. Dennoch ergreifen die meisten Menschen Maßnahmen, um sich oder ihre Familie vor einer Ansteckung zu schützen. Allerdings sank im Vergleich zur Vorwoche der Anteil der Personen, der angab die Öffentlichkeit aktiv zu meiden, um zehn Prozentpunkte auf 42 Prozent. Mehr als 20 Prozent sagen weiterhin, dass sie Schutzkleidung wie Masken tragen.

Wirtschaftliche vs. gesundheitliche Auswirkungen
Ebenfalls deutlich wird, dass die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie aktuell eher in den Hintergrund rücken. So denken 36 Prozent der Befragten, dass sie von den wirtschaftlichen Auswirkungen stärker betroffen sein werden als von den gesundheitlichen. 24 Prozent halten dagegen die gesundheitlichen Folgen für größer. 13 Prozent nehmen an, dass sie weder gesundheitlich noch wirtschaftlich betroffen sein werden.

Erstmalig wurde in der aktuellen Ausgabe des BfR-Corona-Monitors erhoben, wie die Befragten die Berichterstattung in den Medien über das neuartige Coronavirus insgesamt einschätzen. Die Mehrheit hält die Berichterstattung für angemessen, etwa ein Drittel stuft sie als übertrieben ein.

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020 werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion - Stand: 21. April 2020